Montag , April 22 2019
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Golferellenbogen: Einfache Übungen als Selbst-Therapie

Viele Golfer werden ihn schon erlebt haben, den Golferellenbogen. Die Epicondylitis humeri ulnaris ist eine Sehnen-Ansatzreizung der handgelenk- und fingerbeugenden Muskulatur. Diese tritt oft durch intensive Belastungen der entsprechenden Muskulatur auf. Dazu gehört nicht nur Golfspielen, sondern beispielsweise auch Schraubendrehen und andere unterarmbelastende Bewegungen. Die gängigen Symptome sind Schmerzen im Sehnenansatzbereich, sowie ein Stechen bei Bewegung, das in den Unterarm oder in den Oberarm ausstrahlt. Das ausstrahlende Stechen ist auch ein typisches Symptom des Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen). Der Tennisellenbogen ist ebenfalls eine Sehnen-Ansatzreizung, allerdings der handgelenk- und fingerstreckenden Muskulatur. Die Gründe für das Auftreten, sind vergleichbar mit denen des Golferellenbogens. Es ist nicht so, dass Golfer nur einen Golferellenbogen bekommen können und Tennisspieler nur einen Tennisellenbogen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass, wenn man nach 12 Jahren aufhört Tennis zu spielen und das Golfen intensiviert, sich sehr gut einen Tennisellenbogen einhandeln kann.

Für die Behandlung ist wichtig zu wissen, dass beide Verletzungen nicht nur durch Überbelastungen hervorgerufen werden können. Blockaden im Bereich der Brust- oder Halswirbelsäule wirken nicht selten als Verursacher. Daher gehört zur Behandlung ein Lösen eventueller Blockaden und ein Training der Rhomboiden und der Rotatorenmanschette der Schulter, um diese zu beheben oder diesen vorzubeugen. Mit einem Theraband kann man einige Übungen auch gut zu Hause durchführen. Wickelt man das Theraband um einen Türgriff und hält es mit nach vorn gestreckten Armen fest und zieht dann ohne die Arme zu beugen, die Schulterblätter zusammen, ist dies ein gutes Training für die Rhomboiden.

Für die Rotatorenmanschette stellt man sich nun seitlich zum Türgriff und hält das Theraband nur noch mit einer Hand fest. Der Ellenbogen liegt seitlich am Körper an und der Arm ist im 90° Winkel gebeugt. In der Startposition sollte der Unterarm zum Türgriff zeigen und das Theraband leicht gespannt sein. Nun wird der Arm, ohne dass sich der Ellenbogen vom Oberkörper löst oder der Arm seinen Beugewinkel verändert, vor den Bauch gedreht. Diese Übung sollte auch umgekehrt ausgeführt werden. Dabei ist die Startposition des Arms vor dem Bauch und die Endposition seitlich neben dem Oberkörper. Beide Übungen können bei moderater Intensität mehrmals am Tag ausgeführt werden.

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Ebenfalls zu empfehlen ist eine Stoffwechselaktivierung durch Mobilisation der Unterarmmuskulatur (Bewegungen ohne Widerstand oder Belastung). Sowie ein dosiertes Dehnen der Handgelenksmuskulatur bei vollständig gestrecktem Ellenbogen.

Im Unterarmtraining entstehen dann Unterschiede, so sind zwar die Übungen gleich, jedoch differenziert die Handhaltung. Bicepscurls (das klassische Armbeugen) gehören zu den problemspezifischen Übungen. Beim Golferellenbogen wird die Hantel von unten gegriffen, um die handgelenkbeugende Muskulatur mit zu trainieren und beim Tennisellenbogen von oben, um die handgelenkstreckende Muskulatur zu aktivieren. Auch typische Unterarmübungen, wie das Seilwickeln gehören zu vorbeugenden Übungen. Hier wird ebenfalls zwischen Golfer- und Tennisellenbogen gesondert. Das Handgelenk wird gebeugt um dem Golferellenbogen vorzubeugen und das Handgelenk wird gestreckt um den Tennisellenbogen abzuwenden. Jedoch hier ist Vorsicht geboten. Es gilt, diese Übungen in Maßen und nicht in Massen zu trainieren. Denn ein übermäßiges Trainieren kann zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führen. Ebenso ist von diesen Übungen bei akuter Schmerzsymptomatik abzuraten.

Text: Thorsten Busch

Der 24jährige Athletiktrainer Thorsten Busch (BA Fitnessökonomie, Sporternährungsberater) schreibt derzeit seine Masterarbeit im Studiengang Diagnostik und Training an der TU München. Seit fünf Jahren arbeitet er mit Sportlern zusammen um ihre Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination zu verbessern. Vor vier Jahren begann er leidenschaftlich Golf zu spielen und entwickelte darüber spezielle Trainingsprogramme für Golfer.

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