Samstag , November 25 2017
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Greenkeeping

Wie kommen die Streifen auf den Rasen? Warum müssen Golfplätze gesandet werden? Wieso sind die Grüns so langsam? Was macht ein Greenkeeper? Greenkeeping ist eine Wissenschaft für sich und viele Faktoren spielen eine Rolle in der Unterscheidung ‚guter’ oder ‚schlechter’ Golfplatz.

greenkeeping-fotocredit-exklusiv-golfenDarüber hinaus liegen Golfplätze in verschiedenen Klimazonen, je älter ein Golfplatz desto aufwändiger ist die Pflege (z.B. durch nicht angelegte Grassorten, welche durch Wind sich selbst eingesät haben) oder nicht geprüftes Personal. Es braucht viel Erfahrung, um einen Golfplatz als Greenkeeper zu managen. Greenkeeping ist nicht nur ‚mähen’. Zum Pflegemanagement gehört auch das Wissen, wie man am besten die Abschläge steckt. Viele Greenkeeper sind oft selbst gute Golfer und haben damit die besten Voraussetzungen, einen Platz zu pflegen. Doch das größte Pflege-Problem ist das Budget. Fehlt Geld in der Golfclub-Kasse, wird meistens an der Pflege gespart. Jetzt beginnt der Teufelskreis, denn wer in einer Saison spart, muss in der nächsten Saison draufzahlen. Die wichtigsten Spezial-Ausdrücke und Aufgaben der Greenkeepings!

Greenkeeper bei der Vorbereitung eines Turniers im Golfclub Strasslach. (Photocredit: LGKirchner)

 

 Aufgaben und Fachbegriffe

Rasenfilz (Thatch)

Kann auf der Rasennarbe entstehen (Tees, Fairways und hauptsächlich  auf Grüns), wenn sich zu viele organische Substanzen ansammeln (Mäh-Rückstände, welche die Greenkeeper als Schnittgut bezeichnen). Um den Rasenfilz auf dem Grün zu verringern, sollte man alle fünf Wochen vertikutieren. Dies bedeutet allerdings einen höheren Kostenaufwand, welchen sich mancher Golfplatz nicht leisten kann! Kostenfaktor: Je nach Vertikutier-Art 8.000 bis 10.000 € pro Jahr.

Vertikutieren (Verticutting)

ist das vertikale Durchschneiden der Rasenfilzschicht. Wenn diese Schicht die 6-Millimeter-Grenze überschreitet, sollte man spätestens Vertikutieren, sonst bewegen sich die Golfbälle im Schneckentempo und halten nicht mehr die Spur. (Greens 6mm, Fairways 12 mm).

Aerifizieren (Aero = Luft) (Coring)

Ist das Belüften des Bodens bzw. der Rasentragschicht, um den Boden aufzulockern und die Wurzelzone für einen optimalen Gasaustausch zu belüften. Diese Belüftung ist im Bereich der Grüns, Vorgrüns und Abschläge eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen. Dabei werden Erdkerne (Core) 6-8 cm tief und 6-8 mm im Durchmesser ausgestoßen und die Rasendecke so mit ca. 800 Löchern pro m² durchlöchert.

Besanden 

Jeder Golfer ärgert sich über Sand auf den Grüns, weil Sand das Golfspiel beträchtlich einschränkt. Doch Besanden ist mit eine der sinnvollsten Greenkeeper-Arbeiten, da so stark strapazierte Rasenflächen belastbarer und wasserdurchlässiger gemacht werden. Statt Besanden gibt es noch das Topdressen, wo kein reiner Sand sondern ein Gemisch aus Sand und Kompost genommen wird. Das Topdressen dient zum schnelleren Abtrocknen der Oberfläche  und außerdem zum Ausgleich von kleinen Bodenunebenheiten. Sand kostet ca. 10.000 bis 15.000 € pro Jahr. Nach dem Besanden wird mit einem Schleppnetz der Sand verteilt und damit eingearbeitet. Je nach Golfplatz-Greenkeeping-Equipment bürstet mancher Golfplatz den Sand auch ein.

Groomern (Grooming)

Grooming ist das ‚leichte Vertikutieren’ auf den Greens und dafür braucht man ein Zusatzgerät, welches in Verbindung mit dem Spindelmäher verwendet wird. Vor der Mäherspindel kommt eine Messerrolle. Das Green-Grooming führt man ca. 3 bis 5 Mal pro Woche durch, damit die Grüns schön schnell und Spurtreu bleiben.

Walzen mit dem Smooth Roller

Smooth Rolling wird meistens nach dem Aerifizieren angewendet, um Unebenheiten auszugleichen, welche beim Aerifizieren entstehen. Der Smooth Roller hat 2 kleinere Walzen. Gesteuert wird die Maschine mit einem Hebel bzw. einem Lenkrad und zwei Fußpedalen. Der Greenkeeper fühlt sich ein wenig wie bei der ‚Wilden Maus’ beim Oktoberfest, bewegt er sich auf der Maschine sehr schnell auf dem Grün hin und her. Größte Vorteile durch Smooth Rolling: Erhöhung der Ballrolldistanz (Green Speed) und die Reduzierung des Blattwiderstandes. Verbesserung der Gleichmäßigkeit zwischen den Greens. Nachteil: die Walze kann eventuelle Krankheiten wie Pilzbefall übertragen.

Langzeit-Düngung

Um die Vitalität des Grases zu erhalten und damit die Gräser gegen Krankheiten zu stärken, sollte man im Frühjahr und Sommer Grüns und Abschläge düngen. Bei den Fairways reicht die jährliche Düngung.

Ausbildung zum Greenkeeper

Um die Ausbildung/ Fortbildung zum „Fachagrarwirt Golfplatzpflege – Greenkeeper“ mit staatlicher Prüfung zu beginnen, muss der Anwärter einen Abschluss in einem „grünen Beruf“ als Landwirt / Landwirtin, Gärtner / Gärtnerin, Forstwirt / Forstwirtin oder Winzer / Winzerin haben. Zudem wird anschließend eine dreijährigen Berufserfahrung bzw. die Meisterprüfung vorausgesetzt.

Im Fortbildungslehrgang „Fachagrarwirt Golfplatzpflege – Greenkeeper“ lernen die Auszubildenden die wesentlichen Aufgabenbereiche eines Greenkeepers wie z.B. Grünflächenbau, Grünflächenpflege, Golfplatzpflege und Platzmanagement.
Zwischen den Lehrgängen absolvieren die Aspiranten ein 12-wöchiges Praktikum. Hierbei soll der zukünftige „Fachagrarwirt Golfplatzpflege – Greenkeeper“ Einblicke in Organisation, Vorbereitung und Abwicklung des Golfplatzbetriebes erhalten.

Mehr Informationen zur Ausbildung gibt es hier.

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