Samstag , November 25 2017
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Golfsport

Um dem genauen Ursprung des Golfsports auf den Grund zu gehen, müsste man viele historische Bücher und Schriften durcharbeiten und würde am Ende wahrscheinlich zu keinem richtigen Ergebnis kommen. Ob Schottland. die Niederlande, die alten Griechen oder doch die Belgier? Es gibt viele verschiedene Hinweise, doch eigentlich weiß es niemand so genau. Alles was man mit Sicherheit weiß ist, Golf gibt es schon seit vielen tausend Jahren und wird heute noch gespielt. Dabei hat der Golfsport wie man ihn heute kennt, wenig damit zu tun, was er früher einmal war. Mittlerweile spielen auf der ganzen Welt ca. 60 Millionen Golfspieler auf 32.000 Golfplätzen. Doch wie hat sich der Sport in den letzten Jahren entwickelt?

St. Andrews gilt als die Geburtsstätte des heutigen Golfsports.
St. Andrews gilt als die Geburtsstätte des heutigen Golfsports. (Foto:Vielen Dank an O.D.)

Schottland als Heimatland des Golfsports

Lange galt Golf als die Lieblingssportart der Oberschicht. Könige und Adlige spielten es früher, doch das ‚gemeine‘ Volk hatte wenig davon. Eine alte Volkssaga besagt, dass der Golfsport von einem schottischen Hirten erfunden wurde, indem er mit seinem Stock einen Stein in ein Kaninchenloch schlug. Die erste schriftliche Erwähnung von Golf in Schottland gab es im Jahr 1457. Das schottische Parlament um König James II verbot in diesem Jahr Fußball und den Golfsport und ordnete stattdessen Bogenschießen an. Erst 1502, nach dem Friedensschluss von Schottland und England, wurde Golf wieder erlaubt. Durch die königliche Unterstützung verbreitete sich Golf dann in ganz Großbritannien und später in die ganze Welt.

Einer der bekanntesten Golfplätze der Welt, ‚The Old Course of St. Andrews‘, entstand ebenfalls in dieser Zeit. Er entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einem ‚Heiligtum‘ des Golfsports. Im Jahr 1884 verlieh König Wilhelm IV dem Club den heute noch geführten Namen ‚The Royal and Ancient Golf Club of St Andrews‘ kurz R&A. Der R&A war bis zum 1894 für das Regelwerk im Golfsport verantwortlich und seit 1951 bestimmt er gemeinsam mit der USGA die Regeln der Golfwelt.

Frauen im Golf

Frauen sind im Golfsport genau so zu Hause wie die Männer. Es gibt sogar Anzeichen dafür, dass eine Frau das Golfen erfunden haben soll. Nichtsdestotrotz haben Frauen schon immer einen schwierigeren Stand als Männer wenn es ums Golfen geht. Auch wenn viele adlige Damen damals Golf gespielt haben, waren Männer doch immer die treibende Kraft des Sports. Doch über die Jahre hinweg haben sich Frauen im Golf etabliert. 1867 wurde die ‚Ladies Golf Club of St. Andrews‘ ins Leben gerufen und 1950 die ‚Ladies Professional Golf Association‘ (LPGA) gegründet. Seit dem haben die Frauen einen wohlverdienten Platz im professionellen Golfsport. Heutzutage machen Stars wie Michelle Wie ebenfalls für große Sponsoren wie Nike Werbung. Die Frauengolfsport beginnt an Popularität zuzunehmen und auch in Deutschland gibt es vielversprechende Talente wie Sandra Gal oder Caroline Masson.

The Big 3 – Jack Nicklaus, Arnold Palmer, Gary Player

Die drei Golfer die den Golfsport zu ihrer Zeit am meisten geprägt haben sind Jack Nicklaus, Arnold Palmer und Gary Player. Sie haben besonders in den 60er Jahren die Golfwelt dominiert. Insgesamt gewannen die Drei 34 Majors und 159 Turniere zusammen. 1961 spielten sie ihr erstes gemeinsames Golfturnier und legten den Grundstein für die heutige Generation von Golfern. Mehr als alle anderen Turniere, prägte die Drei das Masters Turnier. Gemeinsam gewannen Sie 13 Mal die Green Jacket und sind noch heute Ehrengäste im Augusta National. Im vergangenen Jahr (2016) starb Arnold Palmer im Alter von 87 Jahren.

So mussten Jack Nicklaus und Gary Player 2017 den traditionellen ersten Abschlag des Masters ohne ihren Freund und Partner Arnold Palmer schlagen.

Gary Player und Jack Nicklaus gedenken Arnold Palmer
Die Golf-Legenden Jack Nicklaus (links) und Gary Player eröffneten das erste Major-Turnier des Jahres und gedenken Arnold Palmer. (Foto: Bsanderlin@ajc.Com)

Tiger Woods und der Boom im Golfsport

‚Hello World‘ – Mit diesen Worten begrüßte Tiger Woods 1996 die Presse und startete eine Revolution im Golfsport. Im Alter von zwei Jahren stand Tiger Woods zum ersten Mal vor der Kamera und schlug einen Driver in einer TV-Show. Danach folgte eine herausragende Amateurkarriere, die mit dem NCAA-Titel für die Standford University endete. 1996 wurde Tiger dann Profi und veränderte die Golfwelt im Handumdrehen. Im ersten Jahr seiner Profikarriere unterzeichnete er die bis dato höchstdotierten Werbeverträge der Golfgeschichte, unter anderem einen Vertrag über 40 Mio. US-Dollar mit dem Sportartikelhersteller Nike. 1997, ein Jahr nach seinem Profidebüt, gewann er das Masters mit einem Rekordvorsprung von 12 Schlägen. In den Jahren 1999-2002 gewann Woods insgesamt sieben Major Turniere und erreichte den Karriere Grand Slam bereits mit 25 Jahren. Doch nicht nur seine Erfolge machten Tiger Woods zum Golfsuperstar, sein Auftreten, sein Charisma und seine gekonnte Art mit den Medien umzugehen, brachte dem Golfsport einen großen Aufschwung. Tiger Woods räumte mit dem Cliche der langweiligen ‚weissen‘ Golfer auf und brachte Attraktivität ins Spiel. Preisgelder und Sponsorengelder stiegen an und der Golfsport blühte auf. Bis zum Jahr 2008 konnte Tiger Woods 14 Major Turniere gewinnen. 2013 gewann er sein letztes Profiturnier und hält seitdem den Rekord für die meisten PGA Tour Siege aller Zeiten (79).
In den vergangen Jahren war Tiger Woods jedoch von Verletzungen und persönlichen Skandalen geplagt und versucht seinen Weg zurück in den Golfsport zu finden.

Tiger Woods auf dem Weg zurück in den Golfsport
Tiger Woods ist auf dem Weg zurück in den Golfsport (Foto: José Méndez)

Die neue Generation – Spieth, DJ, McIlroy und Co.

Nachdem Tiger Woods mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden war, brauchte der Golfsport neue Aushängeschilder. So begann der Aufstieg der ‚jungen Wilden‘ in den Jahren nach 2008. Der junge Ire Rory McIlroy zeigte von 2011-2014 sein Potential und gewann vier Major Titel was ihm die Nummer 1 der Weltrangliste einbrachte. 2013 sorgte Teeneger namens Jordan Spieth für großes Aufsehen. Mit 19 Jahren wechselte er 2012 ins Profilager und konnte in seiner zweiten Saison direkt den ersten großen PGA Tour Sieg verbuchen. Zwei Jahre später gewann er im Alter von 22 Jahren seine ersten beiden Major Turniere. Immer wieder werden Parallelen zwischen Tiger Woods und Jordan Spieth gezogen und besonders die neue Generation von Golffans unterstützt diese Einschätzung. Auch ein deutscher Golfer konnte in dieser Zeit zwei Major Turniere gewinnen, Martin Kaymer. Neben den Youngsters hat sich jedoch ein schon bekanntes Gesicht an die Weltspitze gespielt. Dustin Johnson dominiert seit 2016 die Golfwelt. Siege bei den World Golf Championships und sein erster Major Sieg brachten ihn an die Nummer 1 der Welt und im FedEx-Cup. Dort hat er sich bis heute gehalten und bietet den ‚jungen Wilden‘ Parole.

Dustin Johnson ist die Nummer 1 im Golfsport
Dustin Johnson ist die Nummer 1 der Weltrangliste (Foto: Tannen Maury)

 

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