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Herren der Grüns und Fairways – die Greenkeeper

„Niemand beeinflusst das Golfspiel so direkt wie die „Head-Greenkeeper“, besagt eine Studie des Amerikanischen Greenkeeper-Verbandes. Wer Greenkeeping hört, denkt oft an Rasenmähen und Heckenschneiden.  Doch Greenkeeping ist mehr als nur mähen. Es geht darum eine gleichmäßige, ästhetische und strapazierbare Spieloberfläche zu schaffen, so dicht und glatt wie ein Teppich. Und es geht um Pflege der Vegetation auf dem Golfplatz. Dazu gehören die Grüns, Abschläge, Fairways und Semiroughs mit ihren insgesamt rund zehn Grasarten und verschiedenen Schnitthöhen aber auch die artenreichen Biotope und viel Natur belassenen Flächen.

Beim Greenkeeping kann selbst das Rasenmähen zur Wissenschaft werden, weil bei dem hohen Qualitätsanspruch jedes Detail zählt. Ist beispielsweise die auf 1/10 Millimeter exakte Einstellung eines Grünmähers entscheidend, damit die Halme auf den Ondulierungen nicht ungleich geschnitten oder gar skalpiert werden. Die Rasenelemente auf dem Platz haben ganz unterschiedliche Schnittlängen von vier Millimetern auf dem Grün, über 13 bis 18 Millimeter auf dem Fairway, bis 70 Millimeter im gepflegten Rough.  Rund sechs Mitarbeiter sind auf einem Golfplatz im Durchschnitt beschäftigt, sie setzen etwa 15 Maschinen ein. Die Investitionshöhe dieser Maschinen und Spezialgeräte kann bis zu einer halben Million Euro betragen.  Daher wird mehr und mehr das Greenkeeping durch externe Dienstleister outgesourced,  da diese  gleich für eine Vielzahl an Clubs nix anderes machen, als Greenkeeping.

Im Durchschnitt ist ein 18 Loch Golfplatz 65-80  Hektar groß, also grob gesagt 60 Fußballfelder. Davon sind nur etwa 25 bis 35 Hektar Golfbahnen. Das übrige Areal wird  kaum gepflegt. Die ökologische Bewirtschaftung hat in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert. Golfplätze benötigen bei gleicher Fläche 60 bis 70 Prozent weniger Düngemittel als die Landwirtschaft. Fairways und Grün werden gedüngt, um die Funktionsfähigkeit der Grasnarbe zu erhalten und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt – etwa bei Pilzerkrankungen. Um die Grasnarbe gesund zu erhalten, ist eine angepasste mechanische Pflege wie Vertikutieren und Striegeln  – oberflächliche Belüftung des Rasens, bei der auch Moos und Unkräuter entfernt werden notwendig.

Der Deutsche Golfverband und der Greenkeeperverband haben 2005 das Gütesiegel „Golf und Natur“ entwickelt, nach dem sich Golfplätze mit einer nachhaltigen Pflege zertifizieren lassen können.

Greenkeeper sind nicht einfach nur Landschaftsgärtner. Der Job ist ein anerkannter Fortbildungsberuf, der auf einer abgeschlossene Berufsausbildung als Gärtner, Land- oder Forstwirt aufbaut.Zwei Ausbildungszentren in Deutschland bieten die Fortbildung zum Greenkeeper an. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gartenberuf. Es gibt aber auch die Möglichkeit des Quereinstiegs, dafür ist eine mehrjährige praktische Tätigkeit auf einem Golfplatz im Gartenbereich nötig.

Die wesentlichen Aufgaben im Greenkeeping:

  • Pflege und Management der Driving Range
  • Abziehen des Morgentaus von den Grüns
  • Grüns / Vorgrüns mähen
  • Fairway Bunker rechen / ziehen
  • Fahnenpositionen setzen / ändern
  • Bunkerränder schneiden
  • Grüns vertikutieren
  • Abschläge und Fairways mähen
  • Top Dressing und Aerifizieren der Greens
  • Pflege des Maschinenpark 

Die wichtigsten Fachbegriffe rund um das Greenkeeping lesen sie in unserem Spezial Greenkeeping 1×1.

LESETIPP

Greenkeeping auf dem Golfplatz: Mehr als reines Rasenmähen

Die meisten Golfer von uns erwarten immer einen perfekten Golfrasen. Was für Profiwissen dahinter stecken muss? An dieser Stelle vielen Dank an alle Greenkeeper für ihren tollen Job!