Mittwoch , August 24 2016
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GC Eichenried-CEO Korbinian Kofler zur aktuellen Lage der Golfszene

In jeder seiner Ausgaben stellt das Golf-Magazin ‚green‘ unter der Rubrik PAR 5 genau fünf Fragen an eine Persönlichkeit aus dem Golf-Bereich. Wie GC Eichenried-Geschäftsführer Korbinian Kofler die deutsche Golf-Szene zum aktuellen Zeitpunkt sieht? Wir haben das Interview digital!

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Korbinian Kofler ist seit sechs Jahren Geschäftsführer vom Golfclub Eichenried und seit Anfang des Jahres 2014 Vizepräsident des GMVD. Fotocredit: green 2/2014

Herr Kofler, wie beurteilen Sie die deutsche Golf-Szene zum aktuellen Zeitpunkt? ‚Wenn man auf die deutsche Golfszene blickt, dann gibt es aus meiner Sicht überzogene Fingerzeige auf Verbände und steigende Unzufriedenheit. Es wird gefragt, warum man es nicht schafft, dass Golfimage zu verbessern und potentielle Interessenten auf die Golfanlagen zu bringen‘

Was muss sich ändern? ‚Als Vizepräsident des GMVD e.V., langjähriger Mitarbeiter der BGV-Geschäftsstelle und seit sechs Jahren Geschäftsführer der Golfclub München Eichenried GmbH & Co. KG kenne ich die Verbands- wie auch die Clubseite. Ich kann nur raten: Hören wir auf mit dem Fehlersuchen bei anderen und schauen auf uns selbst. Wir müssen unsere Hausaufgaben jeder für sich machen – die Verbände und auch die Golfclubs.‘

Sie haben den GMVD bei der 87th World Conference on Club Management and Club Business Expo in Orlando, Florida vertreten. Wie stellt sich die Situation weltweit dar? ‚Ja, als Vizepräsident wurde mir die Ehre zuteil, den Verband bei dieser Veranstaltung repräsentieren zu dürfen. Es waren rund 2.000 amerikanische Clubmanager und Vertreter von 27 internationalen Golf-Management-Verbänden vor Ort. Man hört, egal mit wem man spricht und wem man zuhört, weltweit dieselben Fragen:

  • Wie bekommen wir Interessenten (Noch-nicht-Golfer) zum Golfen?
  • Wie gewinne ich neue Kunden?
  • Wie funktioniert eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Management/Beirat/Investor?
  • Wie treffe ich die richtigen Investitionsentscheidungen und finanziere diese?
  • Wie schaffen wir es, die Jugend für den Golfsport zu begeistern?‘

Welche Lehren konnten Sie daraus ziehen, worauf kommt es in Zukunft nun an? ‚Was ich bei dem Event in Orlando gelernt habe, ist, dass wir nicht das Produkt Golf verkaufen dürfen, sondern die Emotion der Sportart vermitteln müssen. Außerdem müssen wir unseren Kunden zuhören, auf deren Wünsche reagieren und die Chancen des Marktes nutzen.‘

Wie können wir für unsere Golfanlage nun die Fragen, die sich scheinbar die gesamte Golfwelt stellt, beantworten? Was heißt das für die einzelne Golfanlage? ‚Wir machen unsere Hausaufgaben. So schaffen wir nicht nur Angebote für Schnupperstunden und Platzreifekurse oder veranstalten einen Tag der Offenen Tür. Wir bieten auch Members & Friends-Veranstaltungen, Firmenevents, Schulgolfprojekte und sind z.B. bei den Münchener Schultagen zu Akquiseauftritten vor Ort. Am wichtigsten ist zweifelsohne, dass Mitglieder wiederrum Mitglieder werben. Es gilt, die Faszination Golf zu vermitteln. Qualität und die richtigen Angebote emotional verpackt, bringen immer wieder Neugolfer. Man muss die Leute willkommen heißen und sie integrieren. Die Mitglieder machen einen Club aus und somit den Wohlfühlfaktor. Auch hier spinnt sich der Faden fort, Qualität auf dem Platz, bei den Serviceleistungen und beim Personal – ob Golfclub oder Partner. Daneben muss das Zusammenspiel von Beirat und Geschäftsführung optimal abgestimmt sein. Nur mit dieser Kombination aus Fachkräften lassen sich die notwendigen richtigen Investitionsentscheidungen treffen.‘

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Für das GOLF MAGAZIN öffnete Bernhard Langer erstmals seine privaten Räume. Die komplette Homestory mit beeindruckenden Fotos (Langer mit Fußball, Hanteln, beim Spinning und Joggen am Atlantik) erscheint im GOLF MAGAZIN, Nr. 3/2015, EVT: 25. Februar 2015