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Bremer Umland: Golf zwischen Weser und Wümme

Einen Golfplatz im fast topfebenen und für Reisende eher langweilig anmutenden Landstrich östlich der Hansestadt Bremen zu spielen muss ein Kinderspiel sein – so denkt vielleicht der Unkundige. Wirklich? Klare Gegenargumente zu dieser eher wagemutigen Theorie liefern gleich drei fast benachbarte Plätze, die nur jeweils eine halbe Stunde voneinander trennt. Abwechslung garantiert.

Alle drei Clubs sind Gästen gegenüber sehr offen und erheben keinerlei Restriktionen bezüglich ihrer Mitgliedschaftsform. Die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit hat sich wohl herumgesprochen, denn nicht umsonst sind nicht wenige der Clubmitglieder eigentlich Bewohner der nahen Stadt Bremen.

Verden: Einladende Natur mal ohne Pferde

Die Kreisstadt Verden unweit von Bremen gilt als Reiterstadt. Aber auch ohne den verstärkten Hang nach vierbeiniger Fortbewegung lohnt sich ein Besuch. Der gleichnamige Golfplatz befindet sich jedoch auf der anderen Seite der Autobahn A 27. Eine idyllische Allee in der Zufahrt leitet den Besucher des Golf Club Verden, beim Dörfchen Walle gelegen, direkt zum Parkplatz. Was bei der Ankunft gleich auffällt ist die penible Pflege und gute Beschilderung des Areals um das recht neue und schicke Clubhaus. Nach Besuch des nahen Übungsbereiches mitsamt nettem 6-Loch Kurzplatz wartet der weitläufige 18-Loch Platz auf seine spielhungrigen Gäste. Trotz des durchgehend alten, üppigen Baumbestandes muss eine Säge nicht mit ins Bag – besser eher ein wenig Phantasie und vorausschauendes Spiel auf der Runde. Bis auf das 11. Loch ist keines der Par 4- und Par 5-Bahnen schnurgerade geschnitten. Geschickt eingepasst warten so immer mal wieder Bunker oder kleine Teiche auf Irrläufer.

Dichte Vegetation sorgt in Verden für die natürliche Trennung der Bahnen - Photocredit: GC Verden
Dichte Vegetation sorgt in Verden für die natürliche Trennung der Bahnen – Photocredit: GC Verden

Besonders schön und angenehm am Verdener Layout: Auch dicht benachbarte Bahnen werden optisch durch Baumgruppen getrennt, was das Spiel zwar nicht unbedingt leichter macht, aber den optischen Reiz und die Abwechslung erhöht. Unfair ist der Platz aber keinesfalls, denn seitlicher Spielraum bleibt fast immer. Das wohl schönste Finish des gepflegten Kurses zeigt das Par 4 der 9. Spielbahn: Der zweite Schlag ist hier knifflig, weil der Ball abhängig von der Länge des Abschlages einen großen Teich samt Strandbunker queren muss. Und dass nicht nur ein Strand dem Relaxen dienen kann, sondern auch eine schöne Terrasse mit Blick auf den Platz die eigenen Fehlschläge schnell vergessen macht, zeigt sich im GC Verden – die gute Küche trägt durchaus dazu bei.

Eine vorherige Anmeldung an Wochenenden ist erwünscht und empfohlen. Das Mindest-Handicap an Wochentagen, Wochenenden und Feiertagen liegt durchgehend bei -54 (PE). Hinweis zum Greenfee: Eine Unterscheidung nach Hologrammen auf dem DGV-Ausweis findet hier nicht statt. Auch VcG-Mitglieder spielen ohne Aufschlag.

Wer sich schon vor dem Besuch einen optischen Eindruck des gesamten Areals verschaffen möchte, kann auf der Website des Clubs einen virtuellen Rundgang machen und in dieser Panorama Tour auch den Platz erforschen.

Weitere Informationen auf der Website: www.gc-verden.de

Wümme: Stille statt Hardrock

Auch im Herbst sind die Clubs einladend: Hier das Clubhaus des GC Wümme - Photocredit: Th. Klages
Auch im Herbst sind die Clubs einladend: Hier das Clubhaus des GC Wümme – Photocredit: Th. Klages

Der Golf Club Wümme liegt am Rande der Lüneburger Heide im Dreieck der Autobahnen 1 und 27 nahe der Ortschaft Scheeßel etwas nördlich von Rothenburg (Wümme). Wer einen Hang zum Besuch mitunter auch schlammiger Open Air-Musikfestivals hat, kennt vielleicht den Ort Scheeßel als Dauerlocation des ‚Hurricane Festivals’ auf der dortigen Motorrad-Sandrennbahn. Über 70.000 Besucher gönnten sich dort im Jahr 2012 die nicht gerade leise Rock-, Alternative- und Pop-Acts unter freiem Himmel. Deutlich ruhiger und beschaulicher geht es natürlich auf dem Areal des Golfclubs zu.

Fast dem Besuch eines altehrwürdigen Landgutshofes gleichen denn auch die letzten Meter bei der Anfahrt zum Golfclub. Die schmale Strasse zum Clubdomizil führt durch und in absolut unberührt wirkende Natur. Ein mit Bedacht restauriertes Gehöft dient als fast romantische Heimat von Sekretariat, Clubräumen und dem modernen Restaurant mit großer Terrasse. Der Headpro David Bunce kann sich glücklich schätzen, seinen Schülern derart schön angelegte Trainingsmöglichkeiten bieten zu können.

Der GC Wümme konnte unlängst auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken, was den gut eingewachsenen Charakter des 18-Loch Platzes erklärt. Bis auf einige leicht hügelige Bahnen ist das Layout eher flach. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig sorgloses Spiel: Über 6.000 Meter Bahnlänge vom gelben Tee des Par 72-Kurses und ein Slopewert von 132 beim Course Rating 72,6 sollte eine Vorwarnung sein. Alle Bunker sind hier strategisch durchdacht platziert, an acht Bahnen droht Wasser. Solitäre sowie viele alte Bäume tragen ihren Teil dazu bei, dass es auf manchen Bahnen mal etwas enger zugeht und eine Runde hier kein Spaziergang ist. Wert gelegt wurde aber insbsondere darauf, ein möglichst zügiges Spiel zu fördern, indem die Roughzonen weiter außen beginnen als üblich. Die kleine Steinbrücke als Hommage an das schottische St. Andrews auf der Bahn 18 ist optisch ein würdiger Abschluss auf einem angenehm ruhigen Golfplatz und lässt einen vielleicht weniger guten Score der interessant gestalteten 17 schnell vergessen.

Kleine Anleihe an St. Andrews: Die Steinbrücke auf dem Weg zum letzten Grün - Photocredit: GC Wümme
Kleine Anleihe an St. Andrews: Die Steinbrücke auf dem Weg zum letzten Grün – Photocredit: GC Wümme

Eine vorherige, telefonische Anmeldung oder Anfrage ist stets sinnvoll und empfohlen. Das Mindest-Handicap an Wochentagen liegt bei -54 (PE), an Wochenenden und Feiertagen sollte die Vorgabe mindestens -36 betragen. Hinweis zum Greenfee: Keine Ermäßigung auf 9-Loch Runden. Eine Differenzierung nach Hologrammen auf dem DGV-Ausweis findet hier nicht statt. Auch VcG-Mitglieder spielen ohne Aufschlag.

Weitere Informationen auf der Website: www.golfclub-wuemme.de

Achim: In Schlagdistanz Bremens

Wirklich kurz vor den Toren Bremens, nur rund eine Viertelstunde vom Zentrum entfernt, präsentiert sich der Achimer Golfclub mit einem nahezu neuen und einladend hellen Clubhaus. In der hier leicht welligen Landschaft verteilen sich die 18 Bahnen des Meisterschaftsplatzes über eine Gesamtfläche von 125 Hektar, davon genügen 40 Hektar für den echten Spielbetrieb. Eigentlich genug, um noch viel mehr unterzubringen. Dies war aber gar nicht gewollt, denn die Fairways sollten eben nicht dicht an dicht verlaufen, sondern ein Gefühl von Weite vermitteln. In Achim treten sich die Spieler also nie auf die Füße, müssen nur manchmal etwas weitere Verbindungswege auf sich nehmen. Im Jahr 2013 feiert Golf in Achim sein schon 20-jähriges Bestehen.

Dass die Bahnen der natürlichen Umgebung folgend eingepasst wurden, bestätigt auch das Goldzertifikat des DGV im Rahmen des Umweltprogrammes ‚Golf und Natur‘. Leichtes Spiel hat man in Achim nicht – dafür aber ein Interessantes. Viele Bäume säumen die Spielbahnen, Teiche wie auch Bunker zwingen zu einer guten Taktik und mitunter fast unsichtbare Gräben halten dem Gast manche Überraschung parat. Besondere Highlights bieten die Löcher 9 und 18: Schön anzusehen, aber schwierig zu bewältigen sind die beiden hier fast als Inselgrüns eingebundenen Zielzonen. Wer die Aufgabe gut löst, bekommt sicher Anerkennung derjenigen, die schon auf der Clubhausterrasse sitzen und sich von der Clubgastronomie ‚Wachtelkönig’ bewirten lassen.

Abwechslungsreiches, naturnahes Platzlayout mit dem Clubhaus als Farbtupfer - Photocredit: Achimer GC
Abwechslungsreiches, naturnahes Platzlayout mit dem Clubhaus als Farbtupfer – Photocredit: Achimer GC

Eine recht seltene Besonderheit des Platzes muss noch erwähnt werden: Die 18 Löcher können, je nach Gefühl oder Tagesform und eigener Spielstärke, von unterschiedlichen Abschlägen gespielt werden – was auch verschiedene Platzstandards zur Folge hat. So ist in Achim eine Par 70, 72 oder 74 Runde auswählbar. Wer nur wenig Zeit hat oder sein kurzes Spiel verbessern will, besucht den kleineren 9-Loch Platz. Dieser ist aber keine schlicht kurzgemähte Wiese, sondern zeigt die Herausforderung und Tücken wie auch die Pflegegüte des großen Pendants. Eine Par 4 und acht Par 3-Bahnen dürfen auch schon mit einer nachgewiesenen Platzreifeprüfung ohne Clubmitgliedschaft bespielt werden.

Eine vorherige Anmeldung zum Erhalt einer Startzeit auf dem 18-Loch Platz ist zwischen 8 und 17 Uhr erwünscht. Das Mindest-Handicap an Wochentagen liegt bei -54 (PE), an Wochenenden und Feiertagen sollte die Vorgabe mindestens -36 betragen. Alternativ dürfen Gäste mit Handicap -54 an den Wochenenden auch in Begleitung eines Spielers mit Handicap -36 aufteen. Hinweis zum Greenfee: 9-Loch Runden sind auch auf dem 18-Loch Platz möglich. Eine Differenzierung nach Hologrammen auf dem DGV-Ausweis findet nicht statt. Auch VcG-Mitglieder spielen ohne Malus. Achimer Golfclub, Roedenbeckstrasse 55, 28832 Achim

Weitere Informationen auf der Website: www.golf-in-achim.de

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