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Very british: Der Dress Code auf Südafrikas Golfplätzen

Südafrika als aufstrebende Golfdestination ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Punkten kann das Land mit rund 500 Plätzen und vergleichsweise doch günstigen Greefees bei angenehmen klimatischen Bedingungen – und dies besonders im europäischen Winter. Auf den Golfplätzen am Südzipfel Afrikas spürt man jedoch auch heute noch die britischen Einflüsse aus Kolonialzeiten. Reisende Golfer mit dem Ziel Südafrika sollten einmal ihr Gepäck darauf hin prüfen, ob die dort herrschenden Dress Codes auch eingehalten werden können. Wegen nicht passender Bekleidung schief angesehen zu werden ließe sich noch ertragen, einem möglichen Verbot des Spiels wegen zu lockerem Kleidungsstil ist aber recht leicht vorzubeugen.

Golfkleidung: Stilsicherheit erspart Peinlichkeiten

Die Herren tragen dort entweder lange Hosen oder reguläre Golfbermudas und natürlich keinen Look wie am Strand oder in der Fitnessbude. Zu diesen etwas kürzeren Hosen gehören aber unbedingt Kniestrümpfe oder alternativ, soweit von den Etikettehütern des Clubs erlaubt, kurze Socken in Weiß. Modische Cargohosen sollten sorgfältig gewählt werden, denn nicht in jedem Club stehen sie auf der Akzeptanzliste und gelten meist als grenzwertig. Wer eine Golfkappe aufsetzen möchte: richtig herum, also nicht im lockeren Stil eines Beachvolleyballers. Militärisch gestylte Hosen oder klassische Jeans fast jeglicher Art sind verpönt. Auch richtige Golfschuhe mit Softspikes gehören zur Pflicht – aber nur auf dem Platz, denn im Clubhaus gilt fast überall die Regel ’smart casual‘. Dieser Dress Code ist auch bei uns im Businessbereich geläufig und gilt dort allgemein, aber zwingend zur Dinnerzeit ab 18 oder 19 Uhr. Das Golfcap gehört im Clubhaus oder der Bar nicht auf den Kopf und ein Mobiltelefon hat stets stumm zu bleiben, um die anderen Gäste nicht zu nerven. Sogar das Wechseln des Schuhwerks auf dem Parkplatz wird in einigen Clubs nicht gern gesehen. Dass ordentliche Poloshirts einen Kragen und Ärmel haben müssen, ist dann auch nichts Besonderes mehr, es leger über der Hose hängenzulassen ist jedoch ein krasser Fauxpas, für den es keine Ausreden gibt.

Die Do- und Don’t Listen für die richtige Kleidung auf dem Platz sind mitunter etwas verwirrend, aber eigentlich nicht schwer in die Praxis umzusetzen. Fotocredit: Woodlands Golf Club (AU)
Die Do- und Don’t Listen für die richtige Kleidung auf dem Platz sind mitunter etwas verwirrend, aber eigentlich nicht schwer in die Praxis umzusetzen. Fotocredit: Woodlands Golf Club (AU)

Golfkleidung bei den Damen: Hier wird die Rocklänge gemessen!

Richtig leicht wird es den weiblichen Besuchern der Golfclubs jedoch auch nicht gemacht. Ein Shirt muss entweder einen Kragen und Ärmel haben, oder, bei ärmellosem Oberteil, zumindest einen feinen Kragen. Dass der Ausschnitt nicht zu viel der Einblicke bieten sollte, erklärt sich von selbst. Etwas süffisant ist die Regel für die Beinbekleidung. Feine Hosen sind natürlich erlaubt, doch auch Röcke oder Skorts werden geduldet. Eine nicht seltene Einschränkung: Der Rock darf nicht kürzer sein, als dass er beim Bücken weniger als 15 Zentimeter über dem Knie endet. Welcher Herr würde so etwas schon tolerieren? Dass auch die Dame ein der Sportart angemessenes Schuhwerk trägt, scheint dann schon selbstverständlich. Und wer meint, auf dem Platz mit seinen Shirts übertrieben auffällige Logos oder Werbung präsentieren zu wollen, hat sich dafür garantiert den falschen Ort ausgesucht. Das gilt natürlich auch für die Herren, die ihre Fußballshirts auch als begeisterter Fan besser im Schrank lassen sollten.

Golfkleidungs-Stolperfallen warten nicht nur in Südafrika

Altehrwürdige Clubs wie der über 100 Jahre alte Stellenbosch Golf Club zwischen Somerset West und Paarl gehen noch einen Schritt weiter. Als Zusatz der akzeptierten Kleidung gilt der Hinweis, dass einzig bekannte Golflabels getragen werden dürfen. Dann aber sogar die als mitunter zweifelhaft gerügten Mock Shirts à la Tiger Woods.

Nicht nur in Südafrika wird ein wenig mehr auf die Etikette geachtet und auf die eher klassisch angehauchte Kleiderordnung gepocht. Auffällig: Viele Golfclubs, die den Dress Code besonders herauskehren, haben britische Wurzeln oder starken Bezug dazu. So gelten solche Regelungen auch in Ländern oder Kontinenten wie Australien, Neuseeland, den USA, Kanada und natürlich den Britischen Inseln. Als Gast sollte man jedoch diese mitunter etwas steif klingenden Festlegungen respektieren. Damit umzugehen ist nicht schwer und die Golfrunde an sich wird genauso viel Spaß machen wie gewohnt oder sogar noch mehr. Golfclubs mit klar proklamierten Kleiderordnungen gehören sicher eher zur renommierten Spezies und man muss ganz sicher nicht mit ungepflegten Hackerwiesen rechnen.

Ein paar Beispiele einiger angesehener Golfclubs in Südafrika bringen Licht ins Dunkel und helfen vielleicht, den Koffer entsprechend zu füllen:

Link: Durban Country Club
Link: The Country Club Johannesburg
Link: Stellenbosch Golf Club (PDF)
Link: Plettenberg Bay Country Club

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