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Mauritius: Traumhafte Grüns im Indischen Ozean

Acht traumhafte 18-Loch Golfplätze gibt es auf Mauritius, deshalb zieht es viele Golf spielenden Pärchen auf die Trauminsel. Manche von ihnen heiraten hier, möchten sie den neuen Lebensabschnitt an einem paradiesischen Ort beginnen. Die sattgrüne Insel Mauritius im südwestlichen Indischen Ozean erfüllt diesen Wunsch. Umgeben von einem in vielen Blautönen schimmernden Korallengürtel und schneeweißen Stränden ist der etwa 1.800 Kilometer östlich vom Festland Afrikas entfernte Inselstaat vulkanischen Ursprungs.

Farbenspiel des Indischen Ozeans mit vorgelagerten Korallenbänken - Photocredit: MTPA
Farbenspiel des Indischen Ozeans mit vorgelagerten Korallenbänken – Photocredit: MTPA

Die Hauptinsel Mauritius kann mit vielen Luxusherbergen glänzen. Es ist jedoch ein verbreitetes Vorurteil, dass auf Mauritius alles nur teuer wäre – auch gute Häuser oder Pensionen der Mittelklasse sind auf der Insel zu finden. Golfern kommt dabei die verstreute Lage der aktuell acht 18-Loch Golfplätze entgegen, denn bis auf eine Ausnahme liegen diese vorzüglichen Kurse im Südwesten und an der Ostküste. Mit nur 2000 Quadratkilometern Fläche sind im Grunde alle Fahrstrecken auf Mauritius überschaubar und gut machbar. Die sinvollerweise bei Fahrtantritt zu vereinbarenden Taxipreise sind annehmbar, ein Mietwagen kostet aber auch kein Vermögen. Zwischen dem Flughafen im Südosten und der Hauptstadt im Nordwesten liegen nur gut 40 Kilometer.

Wer nun einen Platz besonders gern und häufiger bespielen möchte, kann bei der Buchung auch gleich das angeschlossene Hotel auswählen, wenn es denn das gesetzte Budget nicht überschreiten sollte. Sieben der acht vollwertigen Plätze bieten den Hotelgästen entweder besonders günstige Konditionen oder erheben gar kein Greenfee. Die Hotels One&Only Le Saint Géran im Nordosten, Maritim oberhalb der Hauptstadt Port Louis und das Beachcomber Shandrani unweit des Flughafens bieten ihren Gästen zumindest eigene 9-Loch Plätze, dessen Benutzung kostenfrei eingeschlossen ist. Die drei kurzen 9-Loch Plätze sind eher für die zusätzliche Unterhaltung der Gäste auf eine schnelle Runde konzipiert. Auf Nachfrage hin sind externe Gäste willkommen, doch sollte man sich gründlich überlegen, ob eine Anfahrt lohnenswert erscheint.

Neueste Golfplatz auf Mauritius: Tamarina Golf Club

Die beeindruckende Bahn 13 des Tamarina GC gilt als Signature Hole - Photocredit: Tamarina Golf
Die beeindruckende Bahn 13 des Tamarina GC gilt als Signature Hole – Photocredit: Tamarina Golf

An der windstilleren Westküste bei Flic en Flac und Wolmar, einer touristisch beliebten Region mit dem längsten Strand, liegt der ‚Tamarina Golf Club‚. Es ist der neueste Platz auf Mauritius, wurde vom US-Architektenteam um Rodney Wright entworfen und wird auch ‚Little Africa‘ genannt. Der an das Tamarina Golf Estate angeschlossene Par 72-Platz mit seinen fünf Abschlägen pro Loch bietet sehr unterschiedliche Eindrücke. Aufgrund der Verbindungswege sollte hier besser ein Golfcart genommen werden.

Nur wenige Kilometer südlich liegt der golferische Garten Eden mit dem treffenden Namen Paradis Golf Club. Der 18-Loch Kurs auf der Halbinsel Le Morne teilt sich das tropische Ambiente mit dem gleichnamigen Hotel. Auf dem Platz geht es herausfordernd, aber auch sehr bunt und naturnah zu: Königspalmen, die auch mal in einem Bunker stehen können, werden umrahmt von vielfältigen Bougainvillea-Blüten; Büsche, Nadelhölzer und Pinien jeglicher Größe kontrastieren zum weißen Bunkersand oder spiegelnden Wasserflächen. Der nicht sehr lange Par 72-Platz ist abwechslungsreich und fordert dadurch überlegtes Spiel. Seit 19 Jahren wird hier das Finale der Beachcomber Golf Trophy ausgespielt, zehn Qualifikationsturniere finden hierzu in Deutschland statt.

Luftansicht des Golfplatzes auf einer Halbinsel mit dem Berg Le Morne Brabant im Hintergrund - Photocredit: MTPA
Luftansicht des Golfplatzes auf einer Halbinsel mit dem Berg Le Morne Brabant im Hintergrund – Photocredit: MTPA

Das nächste Schmuckstück, der ‚Heritage Golf Club‚, ist nach 15 Kilometern am Ufer entlang erreicht. Das Erscheinungsbild des Clubhauses im Kolonialstil versetzt zurück in die Zeit, als noch die Franzosen und Briten die Hoheit über Mauritius hatten. Neben dem 18-Loch Platz, den der Südafrikaner Peter Matkovich als einzigen Kurs außerhalb des afrikanischen Festlandes entwarf, existiert ein 9-Loch Kurzplatz sowie zahlreiche Trainingsmöglichkeiten. Matkovich folgte bei der Gestaltung des Platzes seinem eigenen Anspruch, hier nichts zu verändern, was dem welligen Gelände einer ehemaligen Zuckerrohrplantage den Charakter nehmen könnte. Er hielt sich aber auch nicht zurück, hier einige richtig schwere Löcher zu bauen. Viele erhöht angelegte Abschläge auf weiter unten beginnende Fairways tragen aber wieder zur Entspannung bei, hat man doch von hier tolle Ausblicke auf die glitzernde Gischt des Ozeans. Gäste der zum Resort gehörenden Unterkünfte können hier täglich kostenlos spielen.

Schöner Abschlag der Bahn 9 des Heritage GC, jedoch mit enger Landezone zwischen den beiden Teichen - Photocredit: VLH
Schöner Abschlag der Bahn 9 des Heritage GC, jedoch mit enger Landezone zwischen den beiden Teichen – Photocredit: VLH

Eine willkommene Abkühlung können Besucher vom Gymkhana Golf Club in der westlichen zentralen Hochebene genießen. Eigentlich als privater Club ausgewiesen, sind auf Nachfrage hin auch Gäste spielberechtigt. Wer aus dem Süden kommt, kann in der Nähe der beeindruckenden Felsenformation Gris Gris, die immer einen Abstecher wert ist, bei Souillac auf die Autobahn nach Norden zur Stadt Curepipe fahren und im Ort Phoenix nach links abbiegen. Den meisten Golfern dürfte unbekannt sein, dass der ‚Gymkhana GC‘ nicht nur der älteste Club auf Mauritius sowie der südlichen Hemisphäre ist, sondern gar der viertälteste Golfclub weltweit. Fast logisch, dass es die Briten waren, die hier während der Kolonialzeit ihrem Sport nachgehen wollten und ihn deshalb 1849 gründeten. Die 18 Bahnen bilden zusammen nur einen recht kurzen Platz von knapp 5.000 Metern mit Par 68. Knorrige Bäume, Palmen und die inseltypische Vegetation tragen nicht nur zu einer netten Umgebung bei, sondern fordern mitunter mehr Genauigkeit beim Spiel.

Luftaufnahme der Île aux Cerfs mit landestypischem Clubhaus und tropischem Flair auf dem Golfplatz - Photocredit: Sun Resorts
Luftaufnahme der Île aux Cerfs mit landestypischem Clubhaus und tropischem Flair auf dem Golfplatz – Photocredit: Sun Resorts

Die weiteren vier 18-Loch Golfplätze sind an der mehr dem Wind ausgesetzten Ostküste zu finden. Golfspieler, die den Namen Le Touessrok hören, merken oft auf. Die Lage dieses Platzes nahe des Ortes Trou d’Eau Douce ist dabei ausschlaggebend und exklusiv zugleich, denn der vom Deutschen Bernhard Langer entworfene 18-Loch Platz liegt auf der Insel Île aux Cerfs. Langer designte den Kurs auf Papier und als wir 2009 vor Ort waren erzählten uns die Greenkeeper sogar, daß der Golfprofi bis dato hier noch nie gespielt hätte. Gäste der angeschlossenen Luxushotels dürfen einen kostenlosen Bootstransfer zur Insel nutzen, für Gastspieler des Platzes ist die Überfahrt im Greenfee enthalten. Das ist zwar recht üppig, doch erwartet den Spieler hier ein facettenreiches Naturerlebnis. Die Spielbahnen sind eng, die Grüns eher klein und Ballverluste in einem der zahlreichen Teiche oder im Mangrovenwald des gut 6.400 Meter langen Platzes sollten einfach hingenommen werden.

Von hier aus ist es nur ein Katzensprung von wenigen Kilometern zum nächsten Highlight: der Four Seasons GC at Anahita. Es ist unschwer zu erraten, dass dieser 18-Loch Championship Course nahe des Ortes Beau Champ genau in der Mitte der Ostküste zum gleichnamigen Fünf-Sterne Hotel gehört. Dieser Par 72-Platz hat einen positiven Ruf, der ihm weit vorauseilt. Das Platzlayout stammt aus der Feder des südafrikanischen Aushängeschildes und Profis Ernie Els. Er bettete den im Jahr 2008 eröffneten und mehr als 6.800 Meter langen Kurs, der den USGA-Standards für Profiturniere entspricht, geschickt in den tropischen Bewuchs ein. Wer hier von den hinteren schwarzen der je Abschlag fünf verschiedenen Tees angreifen will, braucht Selbstvertrauen und die nötigen Schlaglängen. Der Durchschnittsspieler ist sicher bei den goldenen Abschlägen besser aufgehoben, um den Platz nicht doch in schlechter Erinnerung zu behalten. Els baute allein sechs der 18 Bahnen direkt an den Rand des Ozeans, die erhöhten Grüns hinterlassen denn auch bleibende Eindrücke. Wer den Urlaub auf Mauritius verbringt und herausforderndes Golfspiel liebt, sollte diesen Platz nicht auslassen.

Tolle Aussichten vom Golfplatz des Four Seasons GC at Anahita - Photocredit: Marc Amelot
Tolle Aussichten vom Golfplatz des Four Seasons GC at Anahita – Photocredit: Marc Amelot

Der wohl bekannteste Platz auf Mauritius und auch erste einer neuen Generation von Top-Kursen wurde 1994 eröffnet und trägt den Namen The Legend. Der rund 6.000 Meter lange 18-Loch Platz mit Par 72 wurde vom Südafrikaner Hugh Baiocchi gestaltet und gehört zum Top-Hotel Constance Belle Mare Plage bei Poste de Flacq, ebenfalls an der Ostküste gelegen. Zahlreiche recht gemeine Wasserhindernisse machen die Fairways enger als sie sind, doch dafür sind zumindest die Grüns groß – wenn auch stark onduliert. Dieser sehr bewaldete Kurs ist bekannt für seine Tierwelt, da hier vorher ein Wildreservat die Gegend beherrschte. Hier passiert es schon mal, dass man auf dem Fairway einem Java-Hirsch begegnet. Die Schwierigkeit wie auch die Pflegequalität des Platzes machte ihn weltweit durch die hier stattfindenden Profiturniere bekannt. Schon seit 1995 trafen sich die Spieler hier, um den Sieger der Mauritius Golf Open zu ermitteln. Die Top 48-Profis der European Seniors Tour spielen seit 2009 auf diesem Platz mit der MCB Tour Championship  das gut dotierte Saisonfinale jeweils im Dezember aus.

Luftaufnahme des Legend Course - Photocredit: Contance Hotels
Luftaufnahme des Legend Course – Photocredit: Contance Hotels

Um steigenden Nachfragen von Hotelgästen gerecht zu werden, wurde im Jahr 2002 ein weiterer Golfplatz eröffnet: ‚The Links‚. Nun sollte man sich durch den Eigennamen nicht täuschen lassen und mit einer karg bewachsenen wie auch sehr offenen Bauweise rechnen, wie es auf den britischen Inseln üblich ist. Schließlich ist man ja auf Mauritius im Indischen Ozean. Peter Allis und Rodney Wright zeichnen sich für das Design des Par 71-Kurses verantwortlich, der die Spieler weniger mit Wasser quält, dafür aber mit seinem hügeligem Verlauf auf Konzentration pocht. Und weil hier das Meer eher hintergründig vorhanden ist, wirkt der Platz mehr wie ein Parklandkurs denn ein windanfälliger Linksplatz mit hohen Roughzonen. Die Fairways sind zumindest etwas breiter und so auch freundlicher zu höheren Handicaps als auf dem Schwesterplatz ‚The Legend‘.

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