Rolex bringt in Goodwood Rennsportlegenden zusammen. Doch der historische Ort besitzt auch eine mehr als 100-jährige Golftradition.
Historische Rennwagen, italienische Lebensart und Besucher, die aussehen, als seien sie direkt aus den 1950er-Jahren angereist: Beim Goodwood Revival wird Motorsport nicht einfach vorgeführt, sondern inszeniert. Mehr als 150.000 Zuschauer kamen vom 18. bis 20. September 2026 auf den Goodwood Motor Circuit in West Sussex. Unter ihnen waren auch Rennsportlegenden wie Tom Kristensen und Sir Jackie Stewart.

Doch Goodwood steht nicht allein für legendäre Rennwagen. Auf dem weitläufigen Anwesen wird seit mehr als 100 Jahren Golf gespielt. Zwei 18-Loch-Plätze gehören heute zum Estate. Golf und Motorsport gehören in Goodwood seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich zusammen.
La Dolce Vita in Südengland
Das Goodwood Revival widmete sich 2026 dem italienischen Lebensgefühl der 1940er-, 1950er- und 1960er-Jahre. Zitronenbäume, italienische Küche und historische Mode sorgten rund um die Rennstrecke für „La Dolce Vita“ – allerdings mit unverkennbar britischem Charakter.
Auf der Strecke standen 15 Rennen mit historischen Automobilen und Motorrädern auf dem Programm. Ein Höhepunkt war die Zusammenkunft dreier Ford GT40. Sie erinnerte an den Dreifachsieg der Marke bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1966.
Am Steuer eines Ford GT MkII aus genau diesem Jahr saß Tom Kristensen. Der Däne gewann Le Mans neunmal und hält damit bis heute den Rekord. In Goodwood startete er außerdem mit einem Ferrari 250 GT SWB von 1961 sowie einem Lister-Jaguar „Flat Iron“ aus dem Jahr 1955.
„Geschichte und Tradition bedeuten hier ebenso viel wie in Le Mans“, sagte Kristensen über seinen Einsatz. Einen der historischen Ford GT40 sechs Jahrzehnte nach dem berühmten Erfolg fahren zu dürfen, sei für ihn ein besonderes Privileg.
Nicht nur die Autos feierten ein Jubiläum. Mehr als 300 Vespas gingen anlässlich des 80. Geburtstags der italienischen Marke gemeinsam auf die Strecke.

Wo selbst die Zuschauer Teil der Inszenierung werden
Was das Goodwood Revival von vielen anderen Klassikveranstaltungen unterscheidet, geschieht abseits der Rennstrecke. Zahlreiche Besucher reisen in zeittypischer Kleidung an und werden dadurch selbst Teil der Kulisse.
Kleider mit weit schwingenden Röcken treffen auf maßgeschneiderte Anzüge, Lederjacken und die klaren Linien der 1960er-Jahre. Beim Wettbewerb um das beste Outfit geht es nicht um Verkleidung, sondern um eine möglichst stimmige Interpretation der jeweiligen Epoche.
In Goodwood wird Historie nicht hinter Absperrungen betrachtet. Sie wird für ein Wochenende gelebt.
Was Goodwood mit Golf verbindet
Der Motorsport ist nur ein Teil der Geschichte des Goodwood Estate. Bereits seit mehr als einem Jahrhundert wird auf dem Gelände Golf gespielt. Golfer kommen nicht ausschließlich wegen einer schönen Runde. Das Estate verbindet Golf seit 1914 mit Motorsport, Pferderennen, Fliegerei, Hotellerie und britischer Clubkultur. Ein Aufenthalt kann deshalb am Abschlag beginnen und wenige Stunden später zwischen historischen Ferraris, Ford GT40 und Rennsportlegenden weitergehen.

Rolex als Verbindung zwischen Fairway und Rennstrecke
Rolex begleitet das Goodwood Revival seit 2004 als offizieller Zeitgeber und Titelsponsor des Rolex Drivers‘ Club. Die Verbindung passt zu einer Marke, die sowohl im internationalen Golf als auch im Motorsport seit Jahrzehnten präsent ist. Die Verbindung ist durchaus schlüssig: Im Golf wie im Motorsport entscheiden Präzision, Erfahrung und Timing – Werte, mit denen Rolex seit Jahrzehnten beide Sportarten begleitet.
Auch Sir Jackie Stewart kehrte 2026 an den Ort zurück, an dem seine große Karriere einst begann. 1964 absolvierte der Schotte in Goodwood seine ersten Testfahrten für Ken Tyrrell. Für Stewart ist das Revival deshalb mehr als ein Treffen historischer Fahrzeuge: Es ist eine Rückkehr zu den eigenen Anfängen.
Am Sonntagabend endete das Revival traditionell mit der RAC TT Celebration. Als Fahrer des Wochenendes wurde Joe Colasacco ausgezeichnet. Rolex überreichte ihm eine gravierte Perpetual 1908.
Danach gehörte die Strecke den Besuchern. Eine Marching Band zog durch die Boxengasse, unter dem Rolex-Uhrenturm wurde getanzt. Für drei Tage hatte Goodwood die Zeit zurückgedreht – an einem Ort, an dem Präzision nicht allein gemessen, sondern mit Leidenschaft gelebt wird.

Kann man als Gast in Goodwood Golf spielen?
Der Downs Course und der Park Course liegen dauf demselben traditionsreichen Anwesen wie der Goodwood Motor Circuit. Ja, beide 18-Loch-Plätze sind grundsätzlich auch für Gäste zugänglich – allerdings zu unterschiedlichen Bedingungen. Während der Park Course offen und unkompliziert online gebucht werden kann, wird der anspruchsvollere Downs Course für Gäste als besonderes Golferlebnis angeboten. Bei beiden Experiences müssen mindestens zwei Personen gemeinsam buchen.
Park Course: Für Genussgolfer und unterschiedliche Spielstärken
Der von Donald Steel entworfene Park Course führt durch die historische Parklandschaft rund um Goodwood House. Breitere Fairways, leichte Bodenwellen, Doglegs und geschickt platzierte Bunker belohnen eher präzises als besonders langes Spiel. Der Par-72-Platz misst je nach Abschlag zwischen 5.584 und 6.650 Yards und lässt sich vergleichsweise angenehm zu Fuß spielen.
Goodwood empfiehlt den Park Course ausdrücklich für Golfer aller Spielstärken. Damit ist er die bessere Wahl für Genussgolfer, gemischte Flights und Spieler, die Goodwood zum ersten Mal besuchen. Ein Handicapnachweis wird für die Park Experience nicht verlangt.
Die Park Experience kostet aktuell ab 170 britischen Pfund für zwei Personen, entsprechend ab 85 Pfund pro Spieler. Enthalten sind eine Runde über 18 Loch, Rangebälle zum Aufwärmen, zehn Pfund Verzehrguthaben für den Horsebox-Imbiss am Platz, drei Titleist-Pro-V1-Bälle sowie ein Rabatt auf eine Trainerstunde. Das Angebot ist vom 1. März bis 31. Oktober buchbar.
Downs Course: Der sportlichere und deutlich teurere Platz
Ambitionierte Golfer dürften den Downs Course bevorzugen. James Braid, fünffacher Gewinner der Open Championship, entwarf den Platz 1914. Schnelle Fairways, ondulierte Grüns, Doglegs und teils deutliche Höhenunterschiede machen ihn zur anspruchsvolleren der beiden Goodwood-Runden. Je nach Abschlag misst der Par-72-Platz zwischen 5.505 und 7.134 Yards.
Für den Downs Course ist ein gültiges Handicap erforderlich. Bei der Buchung verlangt Goodwood die Handicap- beziehungsweise CDH-Nummern aller Spieler. Internationale Gäste sollten vorab klären, welcher ausländische Handicapnachweis akzeptiert wird.
Die Downs Experience kostet derzeit ab 330 Pfund für zwei Personen – also ab 165 Pfund pro Spieler. Im Preis enthalten sind 18 Loch, Rangebälle, die Nutzung eines GPS-Buggys, ein personalisierter Locker mit Bag Tag sowie die Reinigung der Golfschläger nach der Runde. Die Experience wird ganzjährig angeboten, sofern Startzeiten verfügbar sind.
Damit ist der Downs Course fast doppelt so teuer wie die Park Experience. Dafür erhalten Gäste nicht nur die sportlich anspruchsvollere Runde, sondern ein deutlich umfangreicheres Gesamtpaket.
Übernachten direkt auf dem Goodwood Estate
Mit dem Goodwood Hotel gibt es direkt auf dem Estate ein Vier-Sterne-Hotel. Der Park Course befindet sich unmittelbar beim Hotel; dort liegen auch das Goodwood Health Club, die Umkleiden und Parkmöglichkeiten für Golfer.
Die Zimmerpreise beginnen derzeit bei 150 Pfund für ein Signature Room. Garden Rooms werden ab 190 Pfund, Character Rooms ab 240 Pfund und Suiten ab 290 Pfund pro Nacht angeboten (Stand Herbst 2026). Im Hotel befinden sich außerdem das Goodwood Bar & Grill und das Restaurant Farmer, Butcher, Chef. Hotelgäste dürfen auch das sonst Mitgliedern vorbehaltene Clubhaus The Kennels besuchen.
Ein dauerhaft buchbares Golfarrangement mit Übernachtung und Greenfee wird derzeit nicht mit einem festen Paketpreis ausgewiesen. Hotel und Golf Experience müssen deshalb separat gebucht beziehungsweise direkt bei Goodwood kombiniert werden.
Goodwood Golf auf einen Blick
- Park Course: Par 72, bis zu 6.650 Yards
- Geeignet für: alle Spielstärken, Genussgolfer und gemischte Flights
- Preis: ab 170 Pfund für zwei Personen
- Spielzeit: 1. März bis 31. Oktober
- Handicapnachweis: bei der Park Experience nicht ausgewiesen
- Downs Course: Par 72, bis zu 7.134 Yards
- Geeignet für: erfahrene und sportlich ambitionierte Golfer
- Preis: ab 330 Pfund für zwei Personen
- Spielzeit: ganzjährig nach Verfügbarkeit
- Handicapnachweis: erforderlich
- Hotel: Goodwood Hotel direkt auf dem Estate, ab 150 Pfund pro Zimmer und Nacht
- Leihschläger: an beiden Plätzen verfügbar, Reservierung empfohlen
- Dresscode: bewusst entspannt; Goodwood schreibt keinen strengen Dresscode vor
- Buchung: golf@goodwood.com, Telefon +44 1243 755133
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