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DGV Verbandstag: Reaktionen / Stimmen im Netz

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Golfkampagne, Lebenshandicap, Beratung, Rydercup 2022 – die Wachstumstreiber für den Golfsport

 

Sind die Weichen für die Golf Agenda 2018 wirklich gestellt ? Wir haben ein Tag nach dem DGV- Verbandstag Stimmen zu den Beschlüssen im Netz und Social Media gesammelt, einen offiziellen Hashtag gab es nicht. Die Clubs, DGV Mitglieder  sollten ein Protokoll vom DGV in den nächsten Wochen erhalten. Die im Vorfeld des Verbandstages angespannte Stimmung wird vermutlich durch die getroffenen Beschlüsse nicht besser.  Vielleicht sogar auf ein weiteres Stimmungstief zusteuern, was in erster Linie auf die Maßnahme zur Einführung des Lebenshandicaps zurück zuführen sein könnte.

Im Folgenden Stimmen zum Verbandstag. Allesamt meist kritisches. Wir haben Namen der Posts (Quellen: Facebook, Twitter, Webseiten) anonymisiert und auf das Kürzel des Vor- und Zunamen reduziert.

Beginnen wir mit der Zusammenfassung eines Clubmanagers aus Süddeutschland, welcher auf Facebook bereits am Samstag Abend unmittelbar nach dem Verbandstag auf Facebook postet:

CM: „Zusammengefasst was heute für uns Golfclubs wichtiges passiert ist:

Rekordbeteiligung mit über 900 Stimmen. Selbst beim letzten Verbandstag waren es weniger, hätte ich niemals erwartet. Zeigt aber das was ich nicht erwartet habe, es haben viele verstanden dass die Hütte brennt. Toll!

1.) Die Flex Golf Card kommt nicht als Alternative zur VCG, obwohl es das DGV Präsidium empfohlen hat.

2.) Die VCG wird bis zum nächsten Verbandstag im April analysiert und Vorschläge zur Verbesserung gemacht!

3.) Die Ausweiskennzeichnung bleibt wie gehabt. Heute habe ich wieder mehr als deutlich sehen dürfen, das die wenigsten Verantwortlichen wissen was diese Kennzeichnung aussagen und bewirken soll, daher kommt die Info auch falsch bei den Clubs und damit den Mitgliedern an.

4.) Die Cross-Media Kampagne wurde beschlossen, wobei ich zugeben muss das sie nicht schlecht ist. Besser als nix (was wir bisher hatten). Das wir das nun zum größten Teil selbst bezahlen müssen ist ein Wermutstropfen, war aber ja klar. Hier haben wir leider nichts bewirken können. Das diese Kampagne nicht ausreicht, haben mehrere Fachleute bestätigt, aber wie gesagt besser als nix, (was wir die letzten Jahre hatten).

5.) Die Landesgolfverbände haben nach wie vor die gleiche Macht. Was aber bei einer Abstimmung „ob LGVs wie im Moment 10 Stimmen oder nur 2 wie wir alle haben sollen“ bestätigt wurde war, dass fast 60% der Clubs das nicht wollen. Leider ist das eine Satzungsänderung und damit sind 75% der Stimmen nötig, war klar das das nicht klappt, aber nun weiß es wenigsten jeder Club das das so ist und kann sich Gedanken machen wie wir da auf Dauer in den Griff bekommen.

Zum Ende hin wurde es etwas hitzig, ja fast beleidigend, als Herr Löhlein fragte ob die Clubs hinter ihm stehen wenn er versucht 2022 den Ryder Cup nach Deutschland zu holen. Das war um17:30 als nur noch 50% der Stimmen anwesend waren, alle anderen waren bereits mangels Interesse Heim gefahren.“

Kritik zum Thema Lebenshandicap:

Golfpro C.G. „Lebenshandicap“ das neue Unwort, die Krönung des deutschen Handicapwahns und der nächste Schritt den Sport lächerlich zu machen. Man kann sich ab Hcp 18,5 nicht mehr verschlechtern… Ich gebe auf, Golf ist in Deutschland, dank der Verbände eine komplette Farce. 54 sollte den Sport, wenn man ihn noch so nennen darf, einst retten. Hat nicht geklappt. Jetzt kommt das „Lebenshandicap“ – Ein mal im Leben aus Versehen mit HCP 54 auf einem 9 Loch Kurzplatz, beim allwöchtlichen 9 Loch-vorgewirksamen-kollektiv-Stableford-Bescheissen 2 Pars gespielt und schon strahlt unter dem Hologramm ein stolze 36! Glückwunsch! Die Feuertaufe ist geschafft. Der Deutsche Verband der Punktesammler macht es möglich, dass DGV Karten schwingende Golfanalphabeten zukünftig noch leichter jeden Platz der Welt betreten und sogar bespielen dürfen. Hervorragend! Endlich ein Beitrag um die durchschnittliche Punktesammelzeit von knapp 6 Stunden in Richtung 7 Stunden zu bewegen. Yuhuu!

Das Beste daran, nie mehr Golfstunden nehmen! Der Freifahrtsschein für alle Plätze besagt doch ein Handicap von 36, was will man mehr? Dass der Spitzengolfer mit dem Hologramm noch nie einen Score unter 135 Schläge gespielt hat, ist doch nebensächlich. Hoffentlich haben unsere Assistenten dann noch genug zu tun… Im übrigen benötigen die Anwärter für den Assistenten auch nur noch ein, zwei weitere gute Tage mit dem Radiergummi erwischen und schon bekommt man das Gütesiegel eines „Professional Golfers“.

GolfPro M.H  „Wenn 1. April wäre, wäre es eigentlich ein genialer Scherz…. Leider ist es Ende November und ein weiterer Meilenstein den ehemaligen Sport zu kaputt zu machen.“

F.HD. „Das momentane HCP System ist doch auch schon eine Farce!!! HCP 54 wo gibt’s denn sowas auf der Welt… Schon unser altes HCP 36 war lächerlich….
Jetzt ein Lebenshcp einzuführen, führt das HCP an sich as absurdum… Erinnert mich irgendwie an das mautsystem, ander machen es mit pickerl oder Vignette, aber wir brauchen was ganz besonderes…“

E.M „Ein Trauerspiel! Was soll der Schwachsinn mit dem Lebenshandicap? Man hat den Sinn des Handicap nicht verstanden. Wie wäre es mit britischem/USGA-System? Der Durchschnitt der 10 besten der letzten 20 eingereichten Scorekarten (jawohl, auch von unter Zeugen gespielten Privatrunden) ergibt das Handicap – immer auf Augenhöhe mit der tatsächlichen Spielstärke!“

R.S. LEBENSHANDICAP – lebenslang auf einem ehemals passenden guten Handicap festsitzen – Spass macht das bestimmt nicht! Warum wieder mal ein deutscher Sonderweg beschritten wurde, wird wohl nur die Versammlung und die EGA wissen, die das Unternehmen ja absegnen musste. Warum nicht spätestens auf europäischer Ebene die Notbremse gezogen wurde, weiss keiner.
Warum nicht das System der USGA/britischen Golfverbände übernehmen? Da wird aus den besten zehn der letzten 20 eingereichten Scorekarten das aktuelle Handicap berechnet – und das dürfte deutlich mehr der tatsächlichen Spielstärke entsprechen.
Warum unsere Verbandsoberen den Sinn eines Handicap nicht verstanden haben, ist mir schleierhaft. Spielt eigentlich noch einer von denen?

S.T Es wird Zeit mit Golfen aufzuhören. Jetzt dürfen wir 6 stunden pro Runde spielen, weil die 18.5 sind von 1990 ???  Na danke

Kommentare zur crossmedialen Golf-Werbekampagne:

B.M: Was soll eine Werbekampagne bringen? Ist doch nicht so, dass keiner den Golfsport kennt…Viel wichtiger wäre es, der breiten Jugend (4 bis 6 Jahre) diesen Sport näher zu bringen. Dann MUSS Golf im TV – vor allem auch im FreeTV präsent werden…denn das macht 99% der deutschen Bevölkerung…Glotzen!
Ich seh es wie Christian…diese Punkte die auf der Agenda stehen sind reiner Aktivismus…und werden nie im Leben was bewirken!
Und ich bin kein Betreiber einer Anlage einer Golfanlage…sondern die Zielgruppe!
Ich finde es immer so furchtbar, das Gremien, die aus einer anderen Position kommen, was entscheiden und davon ausgehen, dass es das Richtige ist, ohne ein mal die Zielgruppe – hier die Clubmitglieder – mal gefragt zu haben, was diese davon halten…

E.W. 4,9 Mio € Marketing-Spendings und der Ryder Cup unter „Sonstiges“ auf der Agenda – jetzt geht’s aufwärts

T.W. auf Twitter: Logik: 5 Mio. in Werbekampagne pumpen, damit neue Golfer entstehen, die mit dem falschen Logo auf der Karte nirgends spielen dürfen.

B.D. auf Twitter: DGV sagt: „Imagekampagne können wir uns nicht leisten“. Na gut, dann eben peinliche Werbespots.

Consultants liefern Management Beratung für die Golfclubs:

M.H: Managmentberatung? Die darbenden und kaputten Golfclubs nochmal richtig aussaugen, die letzten Kröten aus der Tasche ziehen? FORE! Da macht man den Bock zum Gärtner! Weder stand gestern die 18,5 als Lebenshandicap fest, noch waren 900 Clubs da. Es waren 945 Stimmen da, wovon 120 Stimmen schon mal auf die Landesverbände fallen.
Zum zweiten: Der DGV ist PRO VCG! Viele Betreiber und Clubpräsidenten sind gegen den VCG! Was meiner Meinung nach daran liegt, das diese den 23.000 Mitgliedern die Schuld an den finanziellen Engpässen der Clubs unterschieben wollen.
Die Werbekampagne wurde zum Glück mit 75% beschlossen. Aber viel wichtiger ist der Beschluss der Managementberatung vor Ort. Viele Clubs akzeptieren noch immer nicht die Tatsache, das ein Werbebudget von 0,-€ ihnen keinen einzigen Neugolfer bringt. Erst wenn Eure Clubvorstände das begreifen, wird sich was ändern.
Und Lebenshandicap hat gestern so gut wie keinen bewegt. Denn es spricht auch in Zukunft nichts dagegen, sich auch weiterhin sein HCP anpassen zu lassen durch den jeweiligen Vorgabenausschuss.

Aber die Ryder-Cup-Bewerbung unter „Verschiedenes“ zu behandeln… ohne Worte!

Exklusiv-golfen.de war bei der außerordentlichen Verbandstagung auch heuer nicht vor Ort.  Fragen welche sich uns derzeit stellen, sind die Folgenden:

DGV – Consultants:

Wie plant der DGV die Consultants zu gewinnen? Via Ausschreibung oder nach welchen Referenzen wird die Experten-Mannschaft bestimmt. Bislang vergibt der DGV aus seinem Etat durchaus signifikant Gelder an Dritte. Ob der DGV dabei auch das Mittel der Ausschreibung, wie in anderen Branchen und Wirtschaftsbereichen meist üblich nutzt, ist uns nicht bekannt. Wird man Experte, in dem man sich einkauft wie beim BVGA und GMVD, mit der möglichen Folge,  es beraten nicht die besten, sondern diejenigen,  welche am meisten bezahlen?. So die oft praktizierte Strategie beim GMVD und BVGA.

Mit  großer Wahrscheinlichkeit hätte auch jeder Club seine Experten unter den Mitgliedern mit denen der Club,  wenn er sich traut, mehr machen könnte, ohne 600-800 Euro Tagessatz zu bezahlen. Werden auch diese vom DGV für die Erstberatung gefördert ?

Die Realität wird vermutlich eh sein, dass nicht mehr als 15-20 % der Clubs die vom Verbandstag beschlossene Hilfestellung in Anspruch nehmen werden.

Wunschhandicap.de bzw. zum Lebenshandicap: 

In wieweit dies die Turnierkultur beeinflusst wird sich zeigen. Vereinfachung des Handicaps ist gut und richtig. Ob es eine Maßnahme ist, um einen Neugolfer beim Golfen zu halten ? und ob es hilft die Rundenzeiten schneller zu gestalten , ist fraglich.

VCG vs  Flexcard   

Wenn einer eine Firma kauft oder verkauft, beginnt es interessant zu werden beim kleingedruckten. Bislang ist wenig kleingedrucktes bekannt, wie ein Übergang von VCG zur Flexcard hätte erfolgen sollen. Insofern interessant auf welchem Wissen, eine derartige Abstimmung stattfinden konnte? Die äußerst knappe Entscheidung hat das Problem somit nicht gelöst, sondern erst einmal nur vertagt,  bis in der nächsten Arbeitsgruppe oder beim nächsten Verbandstag weiteres zum VCG beschlossen wird. Im übrigen das Hologramm, welches bereits des öfteren zur Abstimmung stand, hat sich auch heuer gehalten.

Die 4.9 Mio Euro Golf Kampagne:

Großartig!. Spannend wird sein, wie der DGV die Prioritäten verteilt und ob die Grundlagen hierfür rechtzeitig geschaffen werden können, ob es  regionale Gewichtungen geben wird, welche digitalen Touchpoints es für den interessierten geben wird, baut der DGV noch eine weitere Webseite auf etc, oder landen die interessierten womöglich beim VGC ? Werden die Werbemittel auch auf Golfmedien geschaltet oder werden die Gelder außerhalb des Golf-Ecosystems platziert ? Im großen und ganzen eine wichtige Entscheidung.

Wir hoffen in den nächsten Wochen  tiefer einsteigen zu können. Wir bleiben dran an der Golf-Agenda 2018, denn auch wir wollen dass sich was bewegt.  Wer sich für Feedback / Anregungen mit dem Autor connecten will, gerne via Linkedin oder Twitter. Lesen sie auch unseren Artikel Golfweichen Agenda 2018

LESETIPP

Alex Cejka

Cejka einziger Deutscher beim FedExCup

FedExCup: Bis 25. September 2016 spielen die besten Golfer der US-Finalserie um den FedExCup. Alex Cejka ist als einziger Deutscher dabei und hat die Chance auf den 10-Mio-Dollar-Pott!