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Phil Mickelson Majorsieg mit 50: Mit Fasten und Meditation zurück aufs Golf-Erfolgs-Parkett

Fast 51 Jahre alt und immer noch in Topform: Phil Mickelson gewinnt mit 50 Jahren noch ein Major und schreibt damit Golf Geschichte. Auch das ist was ganz besonderes am Golf, dass man auch im vorgeschrittenen Alter noch mit der Jugend mithalten kann. Es gibt nur ganz wenige Sportarten, wo man auf höchstem Niveau über Jahrzehnte an der Weltspitze seinen Beruf ausüben kann. Das es möglich ist, zeigt der Deutsche Bernhard Langer seit Jahren beispielhaft!

Phil Mickelson holt sich die Wanamaker Trophy bei Ausgabe 103 der PGA Championship. Fotocredit: Rolex/Simon Brut
Phil Mickelson holt sich die Wanamaker Trophy bei Ausgabe 103 der PGA Championship. Fotocredit: Rolex/Simon Brut

Phil Mickelson hatte gerade den Ball aus dem Rough mit einem Neuner-Eisen auf das 18. Grün gehauen. Weil der Ball wenige Meter neben der Fahne liegen blieb und Mickelson zwei Schläge Vorsprung hatte, war klar, dass dem US-Amerikaner der historische Sieg bei der PGA Championship nicht mehr zu nehmen sein würde. Als sich der 50 Jahre alte Phil Mickelson zum 18. Grün des Kiawah Island Golf Resorts aufmachte, um sein historisches Werk zu vollenden, drängten sich tausende enthusiastische Fans dicht an dicht an der Seite des Kaliforniers. Unter der tatkräftigen Mithilfe der Sicherheitsleute bahnte sich Mickelson mühsam den Weg aufs Grün, versenkte den Ball mit zwei Putts zum Sieg der PGA Championship im Loch und krönte damit seine einzigartige Karriere.

 

Phil Mickelson Majorsieg. Hier während der Einspielrunde. Fotocredit: Rolex/Simon Brut
Phil während der Einspielrunde. Fotocredit: Rolex/Simon Brut

Erneuter Major Sieg für Golf Linkshänder

„Lefty! Lefty!“, skandierten die euphorischen Fans immer wieder, als ihnen der Linkshänder Mickelson die riesige Wanamaker Trophy bei der Siegerehrung präsentierte. „Das ist ein unglaubliches Gefühl, weil ich einfach geglaubt habe, dass es möglich ist. Ich hoffe, andere finden auch diese Inspiration.  Mit dem Erfolg löste Mickelson den Amerikaner Julius Boros als ältesten Major-Sieger ab. Boros war 1968 bei seinem Erfolg bei der PGA Championship 48 Jahre alt.

Den bis dato letzten Major-Titel hatte Phil Mickelson vor acht Jahren gewonnen, und in der Weltrangliste lag er vor dem Turnier nur auf Rang 115. Jetzt machte der US-Star im Alter von 50 Jahren und elf Monaten seinen sechsten Major-Triumph perfekt.

Dreimal gewann er das Masters (2004, 2006, 2010) sowie die British Open (2013) und zweimal die PGA Championship (2005, 2021). Zudem ist es sein 45. Sieg auf der US-Tour, für den er 2,16 Millionen Dollar (1,77 Millionen Euro) Preisgeld erhielt. Und im Welt-Ranking ging’s rauf auf Position 32.

An diesem Sonntag im Mai 2021 gehörte die große Bühne der Golf-Welt ganz alleine Phil Mickelson. Der Kalifornier genoss die Ovationen der 10.000 Fans, die nach den Corona-Lockerungen auf die Anlage durften, in vollen Zügen.

Tiger Woods gratulierte Mickelson zu dem historischen Ereignis umgehend via Twitter: „Wirklich inspirierend zu sehen, dass @PhilMickelson es im Alter von 50 Jahren noch einmal geschafft hat. Glückwunsch!!!!!!!“, schrieb Superstar Tiger Woods und 15-malige Major-Champion, der wegen der Folgen eines Autounfalls nicht an der PGA Championship teilnehmen konnte.

Phil Mickelson Majorsieg mit Meditation und Fasten möglich?

Um wieder erfolgreich Golf zu spielen, hat Mickelson in seinem Leben aber einiges grundlegend verändert. Mit Meditationstraining und Ausdauereinheiten, bei denen Mickelson teilweise mehr als 40 Löcher am Tag spielte, arbeitete er zuletzt an seiner Konzentrationsfähigkeit. Er stellte auch seine Ernährung um: „Ich faste jede Woche für 36 Stunden. Ich esse für eineinhalb Tage gar nichts, lasse meinen Körper quasi einmal resetten“. 

Meditation und die radikale Ernährungsumstellung halfen ihm, sich wieder besser fokussieren zu können. Am Finaltag der PGA Championship gelang ihm das vor allem in der zweiten Hälfte der Schlussrunde. Mickelson spielte auf dem schwierigen Par-72-Kurs an der Atlantik-Küste im US-Bundesstaat South Carolina eine 73er-Runde und siegte mit einem Gesamtergebnis von 282 Schlägen vor dem zweimaligen PGA-Champion und zweimaligen US-Open-Sieger Brooks Koepka aus den USA sowie dem Südafrikaner Louis Oosthuizen (beide 284 Schläge).

Deutschlands Top-Golfer Martin Kaymer war wie auch der Weltranglistenerste Dustin Johnson aus den USA bei dem mit rund zwölf Millionen US-Dollar (9,85 Millionen Euro) dotierten Turnier am Cut gescheitert und vorzeitig ausgeschieden. 2010 hatte der Golfprofi aus Mettmann bei der PGA Championship seinen ersten von zwei Major-Titeln gewonnen.

Mickelson´s ganz große Zeiten mit Tiger Woods

Seine große Zeit hatte der Amerikaner in den Jahren nach dem Jahrtausendwechsel, als er gemeinsam mit Tiger Woods die Weltspitze dominierte und insgesamt fünf Siege bei den Majors für sich verbuchte. Zuletzt drohte Mickelson aber sogar, sich nicht einmal mehr für die großen Turniere im Golf zu qualifizieren. Vor wenigen Wochen erst erzählte er einem Reporter, er sei alt geworden. Die Konzentration auf  hohem Niveau hätte nachgelassen. Golfer kreieren die besten Ausreden :-)

2012 half ihn sein berühmter Backward-Shot aus dem Bunker zu einem Turniersieg!

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