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UniCredit Ladies German Open 2013: Spanierin holt sich Titel nach nur 28 Löchern

MP Seehofer verschickte gerade die Journalisten-Einladungen zum Hochwasser-Notfallplan als die Spanierin Carlota Ciganda und die 17-jährige Engländerin Charly Hull zum Stechen auf Bahn 15 gingen. Strategisch gesehen war das Par 3 perfekt, denn die Golferinnen konnten so das Fairway meiden, welches wie alle Löcher in Gut Häusern unter Wasser stand. Cheyenne Woods twitterte: ‚Eine Investition in ein Schlauchboot wäre hier und heute perfekt!‘

Zum Scheck erhielt die Spanierin Carlota Ciganda noch einen Audi Q5.

In Bayern ist Hochwasserwarnung! In den letzten 48 Stunden regnete es so viel, dass auch das Golfturnier vor dem Toren Münchens den Organisatoren alles abverlangte. Die Startzeiten wurden immer wieder verschoben. Freitag und Sonntag fielen als Turniertage gänzlich dem Wasser zum Opfer. Diese LGO werden die Spielerinnen nicht so schnell vergessen, betonten alle immer wieder, dass es sich um das beste Damengolfturnier in Europa handelte.

Zur Siegerehrung gings ins Clubhaus und alle Spielerinnen waren sich sicher, daß die Preisgelder bei den Bedingungen nach LET-Statut gekürzt werden würden, immerhin wurden nur 27 Löcher gespielt – historischer Spiel-Tiefstand auch für die LET-Statistik. 28 Löcher spielte die Gewinnerin, welche sich im Stechen nach dem ersten Extraloch gegen Charley Hull (England) durchsetzte. Doch für das Wetter kann niemand etwas und so entschied man sich, auch das volle Preisgeld zu zahlen. Damit konnte sich die Spanierin Carlota Ciganda über den Siegerscheck in Höhe von 52.500 Euro und einen Audi Q5 im Wert von rund 50.000 Euro freuen, welchen sie sich nach der Pressekonferenz am Audi-Temrinal gleich abholte. ‚Ich bin überglücklich, dass ich mir mit diesem Sieg selbst ein wunderbares Geburtstagsgeschenk gemacht habe. Natürlich hätte ich dazu lieber vier Runden gespielt, aber es war am Samstag schon sehr schwierig den Ball sauber zu schlagen‘, meinte Ciganda, welche tags zuvor ihren 23. Geburtstag hatte.

Mit Platz 2 bewies die erst 17-jährige Charley Hull ihr Golf-Potential und sie stellte einen ganz anderen Rekord in Gut Häusern auf: Als jüngste Profigolferin während der letztens sechs Jahre teete sie beim LET-Turnier in Deutschland auf. In der Amateur-Weltrangliste stand sie im vorigen Jahr auf dem dritten Platz und aus dem Nichts ist sie jetzt eine Anwärterin auf einen Platz im Solheim Cup Team Europa. Rebecca Hudson aus England beendete das Turnier auf dem dritten Rang.

Beste von insgesamt zwölf deutschen Teilnehmerinnen war die Amateurspielerin Sophia Popov vom Golf Club St. Leon Rot, die derzeit in den USA studiert und dort erfolgreich Golf spielt. Mit ihrem Ergebnis von 105 Schlägen (-2) belegte sie einen hervorragenden geteilten Rang 9 – erhielt aber als Amateurspielerin kein Preisgeld.

Nach dem Regelwerk der Ladies European Tour hätten die Spielerinnen bei nur 27 gespielten Löchern nur Anspruch auf die Hälfte des Preisgeldes. Das kam aber für die Organisatoren und Sponsoren nicht in Frage. Dazu Jürgen Danzmayr, Turnierpräsident und Mitglied des Vorstands UniCredit Bank: ‚Wir alle hatten uns auf ein großartiges Golfturnier gefreut, aber leider war der Wettergott uns und vor allem den Spielerinnen nicht wohlgesonnen. Aber auch wenn nicht einmal die Hälfte der vorgesehenen 72 Löcher gespielt werden konnten, ist es für uns selbstverständlich, dass wir die Leistungen der Teilnehmerinnen, die trotz dieser unglaublich schwierigen Bedingungen hervorragendes Golf geboten haben, mit dem vollen Preisgeld honorieren!‘

Eine immer wieder gestellte Frage war die nach der Zukunft des Turniers, da die UniCredit ihr Engagement nach sechs Jahren beendet. Dazu noch einmal Turnierdirektor Nikolaus Peltzer: ‚Wir gehen davon aus, dass wir auch 2014 eine Ladies German Open durchführen werden, können heute allerdings noch nicht sagen, unter welchem Namen und an welchem Standort das der Fall sein könnte. Die Standortfrage ist mit dem möglichen neuen Titelsponsor und dessen Wünschen bezüglich des Austragungsortes verbunden.‘

Es bleibt aber auch weiterhin eine Option, die Ladies German Open 2014 ohne einen neuen Titelsponsor auszutragen, wie auch Hans Joachim Nothelfer, Präsident des Deutschen Golf Verbandes, bei einem Pressegespräch bestätigte.

Video vom Finaltag LGO presented by Audi