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Wie wahrscheinlich ist ein Gewitter-Blitz-Tod?

Aus aktuellen Anlass (drei tote Frauen nach Blitzeinschlag im GC Waldeck am 29. Juni 2012) widmen wir uns dem Thema ‚Golf bei Gewitter‘, was von vielen Golfern unterschätzt wird. Dabei gibt es über 2 Millionen Blitze jedes Jahr allein in Deutschland und jedes Jahr ereignen sich schwere Blitzunfälle mit Verletzten und Gewitter-Blitz-Tod. Blitzreichster Monat ist Juni. Doch wie verhält man sich auf einen Golfplatz richtig, wenn ein Gewitter im Anzug ist?

Der Deutsche Golf Verband gibt in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung im Verband der Elektrotechnik Informationstechnik ein Merkblatt für das richtige ‚Verhalten bei Gewitter‘ heraus. Parallel informiert er Golfplatzbetreiber darüber, dass es keine gesetzlichen Spezialvorschriften zu Blitzschutzhütten gibt, allerdings man überprüfen sollte, ob überhaupt eine Schutzhütte als Blitzschutzhütte geeignet ist und fordert: ‚Lassen Sie durch eine Blitzschutzkraft (Fachfirma) den Blitzschutz prüfen.‘ Ist dann ein ausreichender Blitzschutz nicht nachgewiesen, kann es sich empfehlen, in bloßen Wetterschutzhütten einen gut sichtbaren Hinweis auszuhängen, daß Lebensgefahr bei Blitzeinschlag nicht auszuschließen ist‘ (Quelle: DGV-Infoblatt ‚Golf und Gewitter, Stand: Juni 2012)

Könnten also die drei toten Golferinnen in Waldeck noch leben, wenn solch ein Hinweisschild an der Hütte angebracht gewesen wäre?  Oder die Hütte nicht am höchsten Punkt des Golfplatzes gestanden hätte? Jedes Kind weiß, daß man bei Gewitter Mulden aussuchen soll und Bäume meiden sollte. Nach üblichen Grundsätzen zur Verkehrssicherungspflicht von Betreibern von Sportplätzen gilt, dass zwar der Sporttreibende die Gefahren selbst trägt, die seinem Sport üblicherweise innewohnen, jedoch der für das Sportgeschehen Veranwortliche die Benutzer von Sportanlagen insoweit vor Gefahren zu schützen hat, als sie über das ‚übliche Risiko‘ hinausgehen bzw. vom Benutzer nicht vorhersehbar und nicht ohne weiteres erkennbar sind (z.B. Eignung einer Hütte als Blitzschutzhütte).

Der Golfplatz Waldeck ist bis auf weiteres für den Spielbetrieb geschlossen.  Die  Hütte, welche vom Blitz auf dem Golfclub Waldeck getroffen wurde, ist eine reine Holzhütte ohne jedliche Blitzschutzanlagen und eignete sich ausschliesslich als trockenes Dach über dem Kopf bei Regen. Im Falle von Blitz-Gewittern war sie also völlig unzureichend.

Die zehn wichtigsten Punkte für Golfer, wie man sich bei Blitz und Donner verhalten soll:

  • Golfbags, Trolleys und Schläger zurücklassen, da sie Blitze anziehen
  • Handys komplett ausschalten, da auch sie Blitze anziehen
  • Bei einer Holzhütte schnell prüfen, ob es sich wirklich um eine Schutzhütte handelt, denn nasses Holz zieht Blitze an. Man sieht sehr markant den Blitzableiter in Form einer Antenne.
  • Nicht gegenseitig berühren und unbedingt einzeln gehen
  • Hügelkuppen oder erhöhte Lagen sofort verlassen und Mulden suchen
  • Abstand zu Bäumen halten, mindestens 10 Meter
  • Bei Blitz und Donner in die Hocke gehen und Füße zusammen ziehen, da Gebäude aus Zeitgründen meistens nicht mehr erreichbar sind
  • Zäune oder Stangen keinesfalls berühren
  • Bitte die Bauern-Weisheit ignorieren: ‚Eichen sollst du weichen, Buchen musst du suchen‘, ein Blitz sucht sich nicht die Baumart aus, sondern schlägt in alle Bäume ein, die besonders exponiert stehen
  • Spürt man das Nahen eines Blitzes, etwa durch Hautkribbeln, sofort mit gesenktem Kopf hinhocken und die Knie mit den Armen umfassen

In absoluter Sicherheit ist man trotz Blitzableiter nur in einem Faradayschen Käfig. Dies ist ein geschlossener Käfig aus Metallstäben in den kein Blitz der Welt eindringen kann. Das Auto wirkt wie so ein Käfig und ist sehr sicher. In freier Natur ist man vor Blitzentladungen nie ganz sicher.

In der Nähe eines Blitzkanals ist es am gefährlichsten. Im Umkreis von bis zu 10 m um einen Blitzeinschlag kann es noch zu direkten Auswirkungen auf den Organismus kommen. Innerhalb von 1-2 Metern oder gar ein direkter Schlag, kann tödlich enden. Meist gibt es schlimmste Verbrennungen und einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur 50 % aller Blitzopfer überleben!

Erste Hilfe für Blitz-Opfer

Ein Blitzschlag verursacht meist schwere Verbrennungen; auch Lähmungen, Atemstillstand, Gehirnschäden und Bewusstseinsstörungen können eintreten. Die sofortige Erste Hilfe kann lebensrettend sein. Da der Blitz maximal nach zwei Sekunden aus dem Körper tritt, besteht keine Gefahr für andere.

 

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