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BMW International Open 2012: Zehn Spieler im Porträt und ihre Fußballleidenschaften

Bei der BMW International Open 2010 trug der Real-Madrid-Fan Sergio Garcia während der Runde ein Nationaltrikot: als Hommage an den späteren Weltmeister. Martin Kaymer hat im Vorfeld des Profiturniers Fußball-Legende Schumacher auf dem ‚heiligem Rasen‘ seines Lieblingsclubs 1. FC Köln getroffen und das Fußball-Trikot gegen sein Golf-Outfit ausgetauscht. Profi-Golfer sind eben auch Fußball-Fans – von Bernhard Langer über Colin Montgomerie bis Miguel Ángel Jiménez haben wir ihre Fußball-Vorlieben abgefragt!

Ex-Nationaltorwart Toni Schumacher und Geißbock Hennes VIII., amtierendes Maskottchen des Traditionsklubs, trafen Kaymer in der Köln-Arena, in der ihr Klub ansonsten vor 50.000 Fans seine Heimspiele austrägt. Nach ein paar Plaudereien wurde es ernst: Kaymer legte sich am Anstoßpunkt den Golfball zurecht und schlug ihn über die ein Meter hohen 3D-Buchstaben BMW INTERNATIONAL OPEN 2012 hinweg ins rund 60 Meter entfernte Tor. Foto: BMW Okotber 2011

Martin Kaymer

Majorchampion, „Einst“-Weltranglistenerster, Sympathieträger: Martin Kaymer hat in Deutschland eine Golfbegeisterung ausgelöst wie vor ihm nur Bernhard Langer. Den bayerischen Altmeister hat der Rheinländer sogar teilweise schon übertroffen – mit acht Wochen stand er voriges Jahr fünf Wochen länger auf Platz eins der Golfwelt, als Langer das einst gelang. Kaymers Werdegang ist eng mit BMW verbunden. 2003 bestritt er auf Einladung bei der BMW International Open sein erstes Profiturnier: damals 18, schaffte er auf Anhieb den Cut. Und da er Autos liebt, war es fast schon Ehrensache, dass er 2008 als erster Deutscher die BMW International Open auch gewann. Seit einigen Jahren vertritt er BMW außerdem weltweit als Markenbotschafter. Weil dieses Jahr zum ersten Mal im Rheinland gespielt wird, kann Deutschlands Superstar sogar jeden Morgen im eigenen BMW zum Turnier fahren. Von seinem Elternhaus in Mettmann nach Gut Lärchenhof sind es nur 50 Kilometer.

Lieblingsverein: 1. FC Köln.
Lieblingsspieler: Pelé.
Persönliches EM-Finale: Deutschland vs. Spanien. Sieger Deutschland.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Liebe und Leidenschaft für Golf haben gesiegt‘.

Marcel Siem

Noch ein Stückchen näher an Gut Lärchenhof als Mettmann liegt Ratingen, die Heimat von Marcel Siem. Der Mann mit dem blonden Pferdeschwanz teilt sich mit Kaymer den Trainer, Günter Kessler, doch als Spielertypen stehen die beiden deutschen European-Tour-Profis zueinander wie Yin und Yang. Den Fans bieten sie so ganz unterschiedliche Qualitäten. Kaymer gilt als ruhig und pragmatisch, Siem als feurig und emotional. Kaymer wägt Risiken genau ab, Siem liebt die Attacke. Seine Gefühle auf dem Platz in positive Energie umzuwandeln, ist für Siem immer die große Herausforderung in seiner Karriere gewesen. 2012 bekommt er das bislang ziemlich gut hin, wie zahlreiche Spitzenergebnisse belegen.

Fußball Fakten:

Lieblings Verein ist der 1.FC Köln
Lieblingsspieler ist Lukas Podolski
Persönliches EM-Finale: Deutschland vs Spanien sein. Deutschland wird Europameister
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Fußball war nie wirklich meine Sportart, habe zwar beim TSV Much gespielt, aber Golf und Tischtennis waren immer wichtiger.‘

Alex Cejka

Geboren in der Tschechoslowakei, aufgewachsen in Hessen und Bayern, zu Hause in Las Vegas: Alex Cejka ist Kosmopolit. Seit über 20 Jahren vertritt er das deutsche Golf auf den großen Turnierserien und hat dabei vor allem eines bewiesen: ihn haut nichts um.

„Ironman“, tauften ihn die Kollegen, weil er so viel Schmerzen wegsteckt. „Charlie Brown des Golfsports“, nannte ihn die „Süddeutsche Zeitung“, weil er das Pech so anzieht. Rücken und Handgelenk, Nacken und Fuß – kaum ein Körperteil, dass nicht schon mal eingeklemmt, gebrochen, verstaucht war. Vor einiger Zeit kam dann auch noch eine rätselhafte Grasallergie dazu. Nicht gerade die ideale Krankheit für einen Golfprofi.

Aber Cejka nimmt das hin und fightet. Er kann sogar dabei lachen und ist deshalb einer der Lieblinge von Fans und Kollegen. Die lädt er beim Trainingsspiel immer besonders gern zum Zocken ein. Schließlich wohnt er nicht umsonst in Las Vegas.

Fußball Fakten:
Lieblingsverein: Eintracht Frankfurt.
Lieblingsspieler: Lionel Messi.
EM-Finale: Deutschland vs. Spanien. Sieger Deutschland.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Ich bin zu klein‘

Bernhard Langer

Wenn von deutschem Golfsport die Rede war, bedeutete das jahrzehntelang: Bernhard Langer. Zweimal Masters-Champion, Weltranglistenerster, Ryder-Cup-Sieger als Spieler, als Kapitän – und vor allem eine einzigartige Konstanz. 32 Jahre, ein halbes Leben, nach seinem ersten Sieg auf der European Tour spielt Langer immer noch um Trophäen.

Dabei helfen dem Altmeister seine Liebe zum Sport, seine Professionalität und sein gesunder Lebensstil. Ein Asket, wie manchmal behauptet wird, ist der vierfache Familienvater allerdings nicht. Dafür isst er viel zu gern die Schwarzwälder Kirschtorte nach dem Rezept seiner Mutter, die er voriges Jahr beim Kochevent der BMW International Open aus dem Ofen zauberte.

Auch wenn diesmal auf Gut Lärchenhof abgeschlagen wird, hat der Bayer Langer dennoch ein Heimspiel. Zwar kommt er nicht aus der Gegend wie Siem oder Kaymer, aber den Platz kennt er wie kaum ein Zweiter. Früher organisierte er hier das German Masters, das er 2001 gewann.

Fußball Fakten:
Lieblingsverein: Bayern München, FC Augsburg.
Lieblingsspieler: ‚Da gibt es einige in Deutschland‘
EM-Finale: Sieger Deutschland.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Golf hat mich schon fasziniert, bevor es Beruf wurde.‘

Sergio García

Als Spanier ist er natürlich fußballverrückt. Bei der BMW International Open 2010 trug der Real-Madrid-Fan sogar während der Runde ein Nationaltrikot: als Hommage an den späteren Weltmeister. Mit dem Golfball wiederum gehört er selbst zu den besten des Planeten. García lieferte sich schon mit 19 legendäre Duelle mit Tiger Woods. Damals wurde er noch ‚el niño‘ genannt, das Kind – inzwischen ist der ehemalige Weltranglisten-Zweite längst ein etablierter Star, mit zahlreichen Turniersiegen in der Biographie. Die Fans lieben seine brillante Schwungtechnik, seine emotionale Art und seine Kämpferqualitäten. Besonders im Ryder Cup läuft García immer zu absoluter Höchstform auf. Wohl kein Zufall: Denn wenn Europa und die USA gegeneinander antreten, ist die Stimmung wie beim Fußball.

Fußball Fakten:

Lieblingsverein: CF Borriol, Real Madrid.
Lieblingsspieler: Xabi Alonso.
EM-Finale: Spanien vs. Deutschland. Sieger Spanien.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Zwischen Schule und all dem Golftraining hatte ich keine Zeit mehr, in einer Mannschaft zu spielen‘

Camilo Villegas

So gut kann Golf aussehen – der Kolumbianer ist mit seinem Latin-Lover-Style nicht zuletzt bei den weiblichen Fans äußerst gefragt. Schon nach den ersten Auftritten in den USA wurde er 2006 zum „sexysten Spieler der Tour“ gewählt. Wie sich dann schnell herausstellte, ist sein Spiel kein bisschen weniger attraktiv. Der Modellathlet gewann auf der US PGA Tour unter anderem schon die hochkarätige BMW Championship – wobei er als Autoliebhaber dort auch bei der Einladung auf die BMW-Rennstrecke seine ganze Klasse zeigte. Jetzt spielt er zum ersten Mal in Deutschland. Und wenn Sie, liebe Zuschauer, auf Gut Lärchenhof plötzlich ein großes, elegantes Reptil auf dem Grün zu sehen meinen – seien Sie unbesorgt. Das ist dann nur Camilo Villegas. Für den idealen Blick auf seine Puttlinien breitet er sich stets akrobatisch über der Grasnarbe aus. Man nennt ihn deshalb auch ‚Spiderman‘.

Fußball Fakten:
Lieblingsverein: Atlético Nacional (Medellín).
Lieblingsspieler: Carlos Valderrama.
EM-Finale: Spanien vs. Niederlande. Sieger Spanien.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Golf ist ein Individualsport. Ich mochte die Idee, allein für meinen Erfolg verantwortlich zu sein‘

Paul Casey

Der smarte Engländer gehört bei BMW gewissermaßen zur Familie. So oft, gern und erfolgreich tritt er bei den BMW-Turnieren an, so viel Besonderes verbindet ihn damit. Nach seinem umjubelten Triumph bei der BMW PGA Championship 2009 in Wentworth rückte er in der Weltrangliste bis auf Platz drei, seine beste Platzierung. Casey ist einer der sympathischsten Stars der Szene – mit einem ausgeprägten Faible für Abenteuer. Er mag schnelle BMWs genauso wie Extremsportarten. Zu Beginn der Saison musste er lange pausieren, weil er sich beim Snowboarden die Schulter verletzt hatte. Gleich beim ersten Turnier nach der Rückkehr gelang ihm bei der Cadillac Championship in Miami dann ein Hole-in-One. Gelernt ist eben gelernt.

Fußball Fakten:
Lieblingsverein: Reading FC.
Lieblingsspieler: Paul Gascoigne.
EM-Finale: Spanien vs. England. Sieger England.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: „Am Anfang spielte ich beides, aber mit elf wurde mir klar, dass ich im Golf jeden schlug. Und im Fußball nicht.“

Henrik Stenson

Der Schwede verbindet mit der BMW International Open einige der besten Wochen seines Lebens. 2006 gewann er das Turnier in München – und lochte derart beflügelt drei Sonntage später beim Ryder Cup den Putt zum europäischen Sieg. Stenson hat weitere große Triumphe gefeiert, wie Siege bei der World Golf Matchplay Championship oder der Players’ Championship. Und er wurde berühmt für einen legendären Striptease. Bei der CA Championship 2009 in Miami zog er sich bis auf Unterhose und Golfhandschuh aus, um einen Ball aus dem Wasser zu schlagen. Die Golfwelt war teils prüde berührt, teils lernte sie: Hinter der coolen Fassade steckt ein ganz spezieller Typ. Stenson lebt in Dubai, hat einen herrlich trockenen Humor und mit Fanny Sunesson eine Frau zum Caddie. Die kommt auch aus Schweden, trug früher für Golflegende Nick Faldo die Tasche und berät heute nebenher noch Martin Kaymer.

Fußball Fakten:

Lieblingsverein: IFK Göteborg.
Lieblingsspieler: Marco van Basten.
EM-Finale: Deutschland vs. Spanien. Sieger Spanien.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Ich fand Golf einfach spannender.‘

Miguel Ángel Jiménez

Sein Qualm kündigt den Publikumsliebling immer schon von weitem an: Der Südspanier ist der Lebemann unter den Spitzengolfern. Rotblonder Zopf, markant-lässiger Gang und eine ausgeprägte Vorliebe für exquisite Zigarren – natürlich auch während der Runde. Von Krafttraining hält er dagegen eher wenig. Dem Besuch im Fitnessstudio hat er bislang immer noch ein gutes Glas Rotwein vorgezogen. Jiménez verlässt sich eben nicht auf Muskeln, sondern auf sein Gefühl – und fährt damit seit Jahrzehnten exzellent. Er gewann 18 Turniere auf der European Tour, darunter auch die BMW International Open 2004. Dort kommt es, spontan wie er ist, schon mal vor, dass er sich unter die Zuschauer im Ausstellungsbereich mischt – um sich persönlich ein Bild von den neuesten BMW-Modellen zu machen.

Fußball Fakten:

Lieblingsverein: Málaga CF.
Lieblingsspieler: Iker Casillas.
EM-Finale: Spanien vs. Deutschland. Sieger Spanien.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Ich das nie wollte und im Golf viel mehr Talent hatte.‘

Colin Montgomerie

Der Schotte ist die Legende schlechthin im europäischen Golfsport. Montgomerie gewann achtmal die europäische Jahreswertung und gilt als einer der besten Ryder-Cup-Spieler aller Zeiten. Unverwechselbaren Status haben dem Sohn des Klubsekretärs des prestigereichen schottischen Golfclubs Troon auch noch andere Dinge eingetragen: seine betont feine Rhetorik, seine dramatischen Niederlagen bei Majorturnieren und eine gewisse Tendenz, den kleinsten Lärm im Publikum für missratene Schläge verantwortlich zu machen. Inzwischen ist ‚Monty‘ mit dem britischen Verdienstorden ausgezeichnet und längst gelassener geworden. Nur so konnte er als Kapitän beim Ryder Cup 2010 sein Meisterstück abliefern. Im einem der spannendsten Matches aller Zeiten führte er Europa zu einem denkwürdigen Sieg gegen die USA.

Fußball Fakten:

Lieblingsverein: Leeds United.
Lieblingsspieler: Eddie Gray.
EM-Finale: Spanien vs. England. Sieger Spanien.
Nicht Fußballprofi geworden, weil: ‚Nicht ganz schnell genug auf dem Flügel.‘

LESETIPP

Letzte BMW Profiturnier in Pulheim: Sieg an Engländer Wallace, Kaymer Top 3

Die letzten BMW International Open im Golfclub Lärchenhof und auch die spannendsten, denn bis zur letzten Sekunde dachte man, dass Kaymer sich endlich mal wieder einen Sieg holt. Gerade in seiner Heimat hätte es Doppelwirkung!

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