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Abschlag in eine neue Ära: LET-Chefin Alexandra Armas über Rücktritt, Vision und das Potenzial des Frauengolfs

Nach sechs prägenden Jahren als CEO der Ladies European Tour (LET) kündigt Alexandra Armas ihren Rücktritt an – und hinterlässt ein beeindruckendes Vermächtnis. Im Gespräch während der Amundi Evian Championship zog sie Bilanz. Wir sprachen mit ihr über den Aufstieg des Frauengolfs und wer wird ihre Nachfolge?

Alexandra Armas während der Aramco Team Series Presented by PIF – Riyadh, Riyadh Golf Club, Saudi Arabia 2024. Mit Trichat Cheenglab und Chaira Tamburlini. Fotocredit: Tristan Jones / LET

Vom Fairway ins Top-Management

Nach einer College-Karriere mit Golfstipendium an der Wake Forest University und einem Masterabschluss in Business spielte Alexandra Armas von 2001 bis 2005 selbst professionell auf der LET. Bereits zwischen 2005 und 2012 leitete sie die Tour als Executive Director, bevor sie ihre eigene Sportmarketing-Beratung gründete. Ende 2019 kehrte sie zurück – diesmal als CEO der LET, nun unter dem Dach des gemeinsamen LPGA-LET Joint Venture Boards.

Mit klarem Fokus baute sie den Spielkalender neu auf, stärkte das internationale Standing der Tour und positionierte den Frauengolfsport als wertvolle Marke mit gesellschaftlicher Relevanz.

Im Gespräch mit Alexandra Armas:

Wenn Sie an Ihren ersten Tag als LET-CEO zurückdenken – welche Erwartungshaltung hatten Sie?

ALEXANDRA ARMAS:

‚Als ich zurückkam, war das Ziel, mit der LPGA die europäische Turnierstruktur neu aufzubauen – diese war in Schwierigkeiten. Ich war überzeugt, dass die Zusammenarbeit die richtige Richtung ist. Golf ist ein fragmentierter Sport – viele Institutionen, viele Wege. Doch gemeinsam können wir das Frauengolf stärken. Wir wollten wieder einen festen, tragfähigen Turnierkalender schaffen – und genau das haben wir mit Rückenwind der LPGA begonnen. Der erste Spielplan 2020 war vielversprechend. Dann kam die Pandemie. Aber wir haben uns behauptet – mit Priorität auf Spielmöglichkeiten für unsere Athletinnen.‘

Heute sprechen alle vom „Potenzial des Frauengolfs“. Sie haben es früh erkannt. Was begeistert Sie daran?

ALEXANDRA ARMAS:
Ich war immer Teil der LET – erst als Spielerin, dann in der Führung. Das Engagement, das Talent, die Nähe zum Publikum – all das macht Frauengolf so besonders. Es freut mich zu sehen, dass die Welt es langsam erkennt. Es ist ein großartiger Sport mit echtem Mehrwert – für Fans, Medien, Sponsoren.

Wie „verkaufen“ Sie den Frauengolfsport gegenüber Sponsoren?

ALEXANDRA ARMAS:
Die Atmosphäre ist einzigartig. Unsere Athletinnen sind nahbar, das Pro-Am-Erlebnis intensiv. Die Sponsoren sind begeistert, wie direkt sie eingebunden werden. Und dann haben wir starke Reichweiten im TV und digital – Zahlen, die Jahr für Jahr steigen. Die Kombination aus Nähe, Professionalität und globalem Wachstum ist unser Alleinstellungsmerkmal.

Was wünschen Sie Ihrer Nachfolge als CEO der LET?

ALEXANDRA ARMAS:
Mut. Und die Bereitschaft, neu zu denken. Frauengolf hat enormes Potenzial – aber wir dürfen uns nicht einfach an Vorbildern im Herrensport orientieren. Wir müssen unseren eigenen Weg finden, neue Formate denken und unsere Athletinnen sichtbar machen. Golf ist ein traditionsreicher Sport, aber die Art, wie Menschen ihn heute konsumieren, verändert sich. Darauf müssen wir reagieren – kreativ und mutig.

Golf ist global – und Frauengolf mehr denn je

Mit ihrer internationalen Ausrichtung, multikulturellen Spielerschaft und wachsender Fanbasis steht die Ladies European Tour unter Alexandra Armas heute für mehr als nur sportliche Exzellenz – sie ist ein Symbol für Fortschritt, Vielfalt und globale Zusammenarbeit.

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