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Anamnese im Abschwung: Wie eine Züricher Klinik Golfspieler im Simulator diagnostiziert

Medizinische Analyse im Golfsimulator

Wie bewegt sich ein Golfer unter Belastung – und was sagt der Schwung über seinen Körper aus? Antworten auf diese Fragen sucht man im Balgrist Golf Institute nicht mehr allein im Behandlungszimmer, sondern direkt im Golfsimulator. Seit Juli 2025 bietet die Universitätsklinik Balgrist in Zürich ein medizinisches Golf-Assessment an, das klinische Anamnese und sportliche Analyse erstmals in Echtzeit verbindet.

© Universitätsklinik Balgrist
Abschlag in die Zukunft – Schwung- und Bewegungsanalyse beim golfenden Patienten.© Universitätsklinik Balgrist

Statt nur über Beschwerden zu sprechen, wird der Schwung zur Quelle medizinischer Erkenntnis: Kameras, Sensoren und biomechanische Messsysteme erfassen Bewegungsmuster und Belastungen – während der Spieler einen Ball schlägt.

Wenn der Golfschwung zur Diagnose wird

Der Bewegungsablauf im Golfsport ist komplex: Rotation der Wirbelsäule, Gewichtsverlagerung, Schulterachse, Handgelenke – all das erfordert Präzision, kann aber auch zu Überlastung führen. Gerade ambitionierte Freizeitspieler unterschätzen oft, wie viel biomechanisches Risiko in einem technisch falschen Schwung liegt.

„Mit dem Simulator holen wir die Realität des Golfplatzes in die Klinik“, sagt Institutsleiter Dr. med. Nils Horn. „So erkennen wir muskuläre Dysbalancen oder schmerzhafte Bewegungsmuster direkt im Spielkontext.“ Mehr Informationen unter „Balgrist Golf“ – inklusive Golfsprechstunde für ambitionierte Spieler.

Hightech statt Hörensagen: Was das Assessment leistet

Im Zentrum des Programms steht ein umfassendes Golf-Assessment, das orthopädische Befunde, Bewegungsanalysen und sportwissenschaftliches Feedback vereint. Für die Patient:innen bedeutet das: Sie erhalten eine differenzierte Einschätzung ihrer körperlichen Voraussetzungen – und individuelle Empfehlungen zur Verbesserung von Technik, Stabilität oder Belastungsverteilung.

Neben der Prävention spielt auch die Rehabilitation eine Rolle: Wer etwa nach einer Schulterverletzung wieder ins Spiel einsteigen will, kann im Simulator überprüfen, wie belastbar der Körper wirklich ist – und ob der Schwung angepasst werden muss.

Forschung inklusive: Wie Daten den Golfsport verändern

Langfristig verfolgt das Institut auch ein wissenschaftliches Ziel: Die erhobenen Daten sollen in Studien zu altersgerechtem Training, Belastungssteuerung und Prävention einfließen. Prof. Dr. med. Mazda Farshad, medizinischer Direktor und Initiator, sieht darin einen Paradigmenwechsel:

„Golfmedizin war bisher kaum evidenzbasiert. Unser Ziel ist es, die Lücke zwischen subjektivem Spielgefühl und objektiven medizinischen Erkenntnissen zu schließen.“

Fazit: Diagnostik in Bewegung

Mit dem Balgrist Golf Institute entsteht ein Modell, das über die Schweiz hinaus Schule machen könnte: Golf als Gesundheitsindikator – und der Golfsimulator als Brücke zwischen Klinik und Spielplatz. Für viele Golferinnen und Golfer dürfte das mehr sein als nur eine medizinische Neuerung – es ist ein neuer Zugang zum eigenen Spiel.

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