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Solheim Cup 2026 in Bernardus: Drei Bahnen, die das Match entscheiden können

Drei Schlüsselbahnen, zwei Wettbewerbe und eine Bayerin im europäischen Team: Bernardus wird im September zur Bühne für den Solheim Cup und den PING Junior Solheim Cup. Mit dabei ist Nachwuchsgolferin Lena Geier aus Bayern. Was macht den niederländischen Platz zur Herausforderung – und wo könnten die Matches kippen?

Bernardus Golf
Wo könnte der Solheim Cup 2026 entschieden werden? Bernardus Head Professional Roel Verdonschot nimmt drei Schlüsselbahnen unter die Lupe. Fotocredit: Bernardus Golf

Die Gegnerin liegt nah an der Fahne, der eigene Ball noch am Abschlag. Dazwischen: Wasser. Wer jetzt auf die sichere Grünmitte spielt, vermeidet vielleicht einen Fehler – überlässt der anderen aber womöglich die Chance auf den Lochgewinn. Solche Entscheidungen machen den Reiz des Matchplays aus. In Bernardus werden sie beim Solheim Cup vom 11. bis 13. September 2026 zum Duell zwischen Europa und den USA.

Zum ersten Mal findet der Wettbewerb in den Niederlanden statt. Gastgeber ist der von Kyle Phillips entworfene Platz in Cromvoirt, nahe ’s-Hertogenbosch in der Provinz Noord-Brabant. Seit seiner Eröffnung 2018 hat Bernardus bereits drei Ausgaben der Dutch beziehungsweise KLM Open auf der DP World Tour ausgerichtet. Nun kommt das transatlantische Teamduell der Frauen.

Zwei Wettbewerbe auf einem Platz – mit Lena Geier aus Bayern

Die Turnierwoche beginnt schon am 7. und 8. September mit dem PING Junior Solheim Cup. Erstmals treten Nachwuchs und Profis bei ihren jeweiligen Wettbewerben auf demselben Platz an.

Im Junior-Team Europa steht auch Lena Geier aus Bayern. Sie hat sich über die europäische Rangliste qualifiziert; mit Sofía Maier-Borst gehört eine zweite Deutsche zum Aufgebot von Kapitänin Anne van Dam.

Für die jungen Spielerinnen ist Bernardus damit Wettkampfort und Gelegenheit, die Profis aus nächster Nähe zu erleben. Nach ihrem eigenen Wettbewerb bleiben sie vor Ort, um den Solheim Cup zu verfolgen. Zunächst müssen sie jedoch selbst ihre Punkte gegen die USA holen.

Für Lena Geier ist der Junior Solheim Cup zugleich einer der bislang größten internationalen Auftritte ihrer jungen Karriere. „Für Deutschland zu spielen ist schon etwas ganz Besonderes, aber beim Junior Solheim Cup spielt man plötzlich für ganz Europa“, sagt sie. Spielerinnen, die sich sonst als Konkurrentinnen begegnen, werden bei Bernardus zu Teamkolleginnen. „Ich glaube, wenn man dann wirklich dort steht und Europa auf der Kleidung trägt, wird das nochmal viel emotionaler.“

Bahn 6: Viel Grün, wenig sichere Landefläche

Welche Aufgaben Bernardus den Profis stellt, erläutert Head Professional Roel Verdonschot anhand von drei Bahnen. Seine erste Wahl ist die 6: ein Par 3, dessen Abschlag beim Solheim Cup vollständig über Wasser auf ein Halbinselgrün führt.

Die Puttingfläche wirkt großzügig. Ihre Konturen begrenzen jedoch den Bereich, in dem der Ball sicher zum Liegen kommen kann. Laut Verdonschot kann sich das Ziel in der Praxis wie eine nur etwa zehn Meter breite Landezone anfühlen. Schon eine leichte Abweichung von der gewünschten Linie kann den Ball ins Wasser bringen.

An der 6 lohnt es sich deshalb, nicht nur darauf zu achten, ob der Ball das Grün trifft. Entscheidend ist, wo er anschließend hinrollt – und ob er überhaupt auf der Puttingfläche bleibt.

Bahn 15: Der Wind spielt mit – auch wenn man ihn kaum spürt

Verdonschots Lieblingsbahn ist zugleich sein Kandidat für die größten Wendungen im Match. Das Par 3 wird durch Wasser verteidigt. Am geschützten Abschlag lässt sich der Wind zwischen den Bäumen allerdings schwer einschätzen, obwohl er den Ballflug beeinflusst.

Mitte Grün oder direkt zur Fahne? An der 15 hängt die Antwort besonders vom Spielstand ab. Wer zurückliegt, hat nur noch wenige Löcher, um das Match zu drehen. Wer führt, kann möglicherweise abwarten, welchen Druck die Gegnerin aufbaut. Ein kurzer Birdieputt ist verlockend, der Weg dorthin aber mit Risiko verbunden.

Schon bei den KLM Open sorgte diese Bahn für entscheidende Momente. Verdonschot erinnert an Victor Perez’ langen Putt im Stechen auf dem Weg zum Sieg 2022 und an Pablo Larrazábals mutigen Abschlag nahe an die Fahne bei seinem Erfolg im folgenden Jahr. Damals wurde das Loch als Bahn 17 gespielt.

Bahn 18: Wenn der letzte Abschlag keine Ausflucht bietet

Erreicht ein enges Match die Schlussbahn, wartet nach Verdonschots Einschätzung das schwierigste Loch von Bernardus. Am Abschlag des Par 4 droht links Wasser. Wer nach rechts ausweicht, muss die Bunker berücksichtigen. Einfacher wird es beim Schlag ins kleine Grün nicht: Links fällt das Gelände stark ab, rechts wartet erneut Wasser.

Hier kann bereits die Position nach dem Abschlag bestimmen, wer beim Schlag ins Grün das größere Risiko eingehen muss. Selbst ein Vorsprung von einem Loch ist noch keine Entscheidung: Gewinnt die zurückliegende Seite die 18, endet das Match geteilt.

Wichtig für den Blick auf die Platzkarte: Die genannten Nummern folgen dem Solheim-Cup-Routing. Die Turnierbahn 15 ist im regulären Spiel die 17, die Schlussbahn 18 normalerweise die 2. Die Analyse beschreibt die Bahnen für den Solheim Cup der Profis.

Schlüssellöcher beim Solheim Cup 2026
Wo könnte der Solheim Cup 2026 entschieden werden? Bernardus Head Professional Roel Verdonschot hat mit den Bahnen 6, 15 und 18 drei mögliche Schlüsselstellen des Platzes identifiziert. Unsere Illustration zeigt ihre strategischen Besonderheiten schematisch.

Drei Wochen Vorbereitung für den Solheim Cup

Damit Bernardus beim Solheim Cup die gewünschten festen und schnellen Spielflächen bietet, wurde der Platz für drei Wochen geschlossen. Superintendent Niall Richardson und sein Team konzentrieren sich dabei auf Festigkeit, Grüngeschwindigkeit und möglichst gleichmäßige Bedingungen. Bis zu 100 Menschen sollen an der finalen Vorbereitung beteiligt sein.

Der Charakter des Platzes soll dabei bewusst erhalten bleiben: fest, schnell und strategisch anspruchsvoll. Für die Spielerinnen zählt deshalb nicht nur, wo der Ball landet, sondern auch, wohin er anschließend rollt. Ein weit ausrollender Ball kann im tiefen Gras landen – und eine kürzere Annäherung ist deshalb nicht automatisch die leichtere.

Wie sehr sich Matchplay vom klassischen Zählspiel unterscheidet, beschreibt Lena Geier ziemlich treffend: „Beim Zählspiel spielst du eigentlich die ganze Zeit gegen den Platz und deinen eigenen Score. Beim Matchplay hast du dagegen diese direkte Situation: Ich gegen dich, Loch für Loch.“ Gerade dieses Kämpfen und die Emotionen dabei, sagt sie, machten ihr besonders viel Spaß.

Termine und Bernardus selbst erleben

PING Junior Solheim Cup: 7. bis 8. September 2026
Solheim Cup: 11. bis 13. September 2026
Austragungsort: Bernardus Golf in Cromvoirt, Niederlande

Wer den Platz auf einer eigenen Golfreise kennenlernen möchte, findet in unserem Porträt von Bernardus Golf mehr über die Anlage, die Lodge und das Play-Eat-Stay-Konzept.

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