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Pebble Beach: Wenn automobile Ikonen auf legendäres Golf-Terrain treffen

Pebble Beach steht für große Golfgeschichte, spektakuläre Pazifikblicke – und einmal im Jahr auch für einige der außergewöhnlichsten Automobile der Welt. Zur Monterey Car Week 2026 brachte Mercedes-Benz Classic Fahrzeuge aus 140 Jahren Automobilgeschichte nach Kalifornien. Zwei Stromlinienwagen von 1938 gingen dabei sogar auf dem legendären 17-Mile Drive auf Tour.

Pebble Beach Auto Week
Automobilgeschichte auf einer der berühmtesten Straßen Kaliforniens: Mercedes-Benz 540 K Stromlinienwagen (W 29, 1938) und Mercedes-Benz 320 Stromlinienlimousine (W 142, 1938) auf dem 17-Mile Drive während der Pebble Beach Automotive Week 2026. Foto: Jensen Larson / Mercedes-Benz

Pebble Beach zeigt automobile Kultur

Wer Pebble Beach hört, denkt zunächst an Golf. An die dramatische Küstenlinie Kaliforniens, an kleine Grüns über dem Pazifik und natürlich an Pebble Beach Golf Links. Seit seiner Eröffnung 1919 gehört der Platz zu den berühmtesten Golfadressen der Welt. Jack Nicklaus, Tom Watson und Tiger Woods gewannen hier die U.S. Open, 2027 wird die USGA mit der Herren-U.S.-Open erneut nach Pebble Beach zurückkehren. Doch Pebble Beach besitzt noch eine zweite große Tradition: automobile Kultur.
eden August wird die Monterey Peninsula während der Monterey Car Week zum Treffpunkt für historische Automobile, außergewöhnliche Einzelstücke und Sammler aus aller Welt. Höhepunkt ist der Pebble Beach Concours d’Elegance – und dessen Kulisse könnte für Golfer kaum spektakulärer sein: Die Fahrzeuge werden auf dem 18. Fairway von Pebble Beach Golf Links präsentiert.

Zwei Stromlinien-Ikonen auf dem 17-Mile Drive

Mercedes-Benz Classic nutzte die Automotive Week 2026 für eine Zeitreise durch 140 Jahre Automobilgeschichte. Besonders eindrucksvoll waren dabei zwei Fahrzeuge aus dem Jahr 1938: der Mercedes-Benz 540 K Stromlinienwagen und die Mercedes-Benz 320 Stromlinienlimousine.

Der 540 K ist ein Einzelstück. Seine im Windkanal entwickelte Leichtmetallkarosserie, ein verkleideter Unterboden und die konsequent strömungsgünstige Form zeigen, welchen Stellenwert Aerodynamik bereits vor fast 90 Jahren für die Entwickler hatte. Ursprünglich entstand das Fahrzeug auf Basis des Typs 540 K als Erprobungswagen für den Reifenhersteller Dunlop und wurde für Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Autobahn eingesetzt.

Exklusive Tour d’Elegance Station

In Pebble Beach führte der 540 K die traditionelle Tour d’Elegance an. Gemeinsam mit der 320 Stromlinienlimousine war er auf dem 17-Mile Drive unterwegs – jener berühmten Küstenstraße, die durch die Landschaft von Pebble Beach führt und einige der bekanntesten Golfplätze Kaliforniens miteinander verbindet.
Der Auftritt hatte Seltenheitswert: Der 540 K kam für die Veranstaltung aus dem Petersen Automotive Museum in Los Angeles, wo er derzeit Teil der Ausstellung „World-Class: 100 Years of Mercedes-Benz“ ist.

Als Mercedes in Amerika gebaut wurde

Noch wesentlich älter ist ein weiteres Fahrzeug, das Mercedes-Benz nach Pebble Beach brachte: der sogenannte „American Mercedes“ von 1905.
Er gehört zu den frühesten in den USA produzierten Hochleistungsautomobilen und war zugleich der erste Mercedes, der in den Vereinigten Staaten gefertigt wurde. Die Daimler Manufacturing Company produzierte das Fahrzeug ab 1905 in Long Island City in New York in Lizenz. Technisch entsprach es dem damaligen Spitzenmodell Mercedes 45 PS der Daimler-Motoren-Gesellschaft.
Mehr als 120 Jahre später kehrte das seltene Fahrzeug aus der Mercedes-Benz Unternehmenssammlung auf eine der großen Bühnen der amerikanischen Automobilkultur zurück und wurde beim Pebble Beach Concours d’Elegance in der Kategorie „Early American Speedsters (Pre-World War I)“ außerhalb der Konkurrenz gezeigt.

Mercedes-Benz verbindet mit Pebble Beach eine bemerkenswerte Historie: Fahrzeuge der Marke haben dort bislang zehn „Best of Show“-Auszeichnungen erhalten.

Von 1886 bis zum 300 SL

Die historische Reise begann allerdings noch früher. Ein authentischer Nachbau des Benz Patent-Motorwagens erinnerte daran, wo die Geschichte des Automobils vor 140 Jahren ihren Anfang nahm.
Ein Mercedes-Benz 300 SL Roadster von 1961 stand wiederum für eine ganz andere Epoche. Interessant ist gerade in Kalifornien seine amerikanische Verbindung: Der damalige US-Importeur Maximilian E. Hoffman hatte entscheidenden Anteil daran, dass aus dem Rennsportkonzept des 300 SL schließlich ein Serienautomobil wurde. Der Roadster löste 1957 den berühmten 300 SL „Flügeltürer“ ab.
Mercedes-Benz Classic brachte außerdem einen 190 E 2.5-16 Evolution II von 1990 nach Pebble Beach. Lediglich 502 Exemplare des Homologationsmodells für die DTM entstanden – entsprechend begehrt ist der „Evo II“ heute bei Sammlern.
Mit dem CLK 63 AMG Black Series aus den Jahren 2007 und 2008 reichte die Auswahl schließlich bis in die jüngere Performance-Geschichte von Mercedes-AMG.

Ein Einzelstück von Pinin Farina

Dass Pebble Beach nicht nur von Technik und Leistung handelt, sondern mindestens ebenso sehr von Design und Handwerkskunst, zeigte der „Mercedes-Benz Star of Excellence Award“.
2026 ging die Auszeichnung an ein Mercedes-Benz 300 Sc Pinin Farina Coupé von 1956 aus Privatbesitz. Das Einzelstück wurde vom italienischen Designstudio Pinin Farina gestaltet und seinerzeit auf dem Turiner Automobilsalon vorgestellt. Unter der individuellen Karosserie steckt die Technik des Mercedes-Benz 300 Sc.
Das Auto erinnert an eine Zeit, in der renommierte Karosseriebauer und Designhäuser für einzelne Kunden Fahrzeuge schufen, die es kein zweites Mal gab.

Pebble Beach Tour d'Elegance
Der Mercedes-Benz 540 K Stromlinienwagen von 1938 führte die Pebble Beach Tour d’Elegance 2026 an. Das aerodynamisch optimierte Einzelstück entstand einst als Erprobungsfahrzeug für Hochgeschwindigkeitsfahrten. Foto: Jensen Larson / Mercedes-Benz

Pebble Beach verbindet zwei Welten

Vielleicht passt gerade deshalb die Monterey Car Week so gut nach Pebble Beach. Golf und klassische Automobile haben mehr gemeinsam, als es zunächst scheint: Beide Welten leben von Tradition, außergewöhnlichen Orten und einer Leidenschaft für Details.
Und nirgendwo wird diese Verbindung sichtbarer als hier.
Wenn am Ende des Concours die automobile „Best of Show“-Ikone über das 18. Fairway von Pebble Beach rollt, befindet sie sich schließlich auf einem Stück Rasen, auf dem einige der größten Momente der Golfgeschichte geschrieben wurden.

Dass automobile Eleganz nicht nur in Pebble Beach eine große Bühne bekommt, zeigte in diesem Sommer auch der Concours of Elegance Germany am Tegernsee. Exklusiv München war vor Ort und hat fünf außergewöhnliche Klassiker genauer unter die Lupe genommen. Darunter einen Mercedes-Benz 540 K von 1936 und einen 300 SL aus dem Jahr 1955.

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