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BMW PGA Championship: Interview mit Titelverteidiger Matteo Manassero

Bei der BMW PGA Championship 2013 gewann Matteo Manassero im Wentworth Club den bedeutendsten Titel seiner noch jungen Karriere. Der 20 Jahre alte Italiener setze seinen Namen neben den solcher Größen wie Seve Ballesteros, Bernhard Langer und Colin Montgomerie, als er in einem dramatischen Stechen Simon Khan und Marc Warren bezwang. Im Interview erinnert sich Manassero an seinen größten Triumph, spricht über das Major-Feeling in Wentworth, den Ryder Cup und seine Beziehung zu BMW.

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Der italienische Golfprofi ist Markenbotschafter von Polo Ralph Lauren Golf. Fotocredit: BMW Golfsport

Matteo, auf dem Siegerpokal der BMW PGA Championship sind einige klangvolle Namen eingraviert, unter anderem der von Severiano Ballesteros, Ihrem großen Vorbild. Wie fühlt es sich an, ebenfalls zu diesem erlesenen Kreis zu gehören?

Matteo Manassero: ‚Das bedeutet mir sehr viel. Es ist der bisher größte Erfolg meiner Karriere. Der Pokal steht bei mir Zuhause im Wohnzimmer, und mein Name darauf ist umgeben von einigen der größten Namen des Golfs. Ich hoffe, dass man in 50 Jahren genauso auf meinen Namen blicken wird.‘

Sie sind der jüngste Sieger in der Geschichte dieses Turniers…

Manassero: ‚Ich bin sehr stolz auf die Tatsache, dass ich der Jüngste gewesen bin, der so ein großes Turnier gewonnen hat. Aber ich denke nicht, dass ich diesen Rekord lange behalten werde. So, wie sich der Golfsport entwickelt, wird meine Bestmarke übertrumpft werden – und das wird keine 44 Jahre dauern (Anm. d. Red.: So lange hatte die alte Bestmarke von Bernard Gallacher, dem ehemaligen Ryder-Cup-Kapitän, Bestand).‘

Was macht die BMW PGA Championship so besonders? 

Manassero: ‚Es ist ein Turnier, das jeder Spieler liebt, und Wentworth ist ein Ort, der mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Als ‚Flagship Event‘ der European Tour ist es wie ‚The Players‘ auf der PGA TOUR. Es ist ein Turnier, das wir lieben. Es kommen sehr viele Zuschauer, die sich im Golfsport gut auskennen. Aus diesem Grund hat das Turnier echtes Major-Feeling. Man könnte als ‚fünftes Major‘ für uns Europäer bezeichnen.‘

Der West Course stellt eine große Herausforderung dar, und trotzdem haben Sie in der Vergangenheit sehr gut abgeschnitten. Wie sieht Ihre Erfolgsstrategie aus?

Manassero: ‚Das ist kein kurzer Platz, sondern ein ganz schön langer. Er bietet einem nicht viele Birdie-Chancen, entsprechend musst du sie nutzen, wenn du welche bekommst. Vom Abschlag weg ist es ein wirklich heftiger Golfplatz. Du musst präzise sein mit deinen Abschlägen, und wenn du dann auf dem Grün bist, musst du zum Killer werden. Rette das Par, akzeptiere ab und an ein Bogey, verschenke nicht zu viele Schläge und nimm die Birdies, wenn du die Chance dazu hast. Ich bin auch mental stark. Wenn ich oben auf dem Leaderboard bin, reagiere ich gut. Das ist etwas, mit dem ich von Natur aus ausgestattet bin. Aber da dieser Platz mit deinen Nerven spielt, brauchst du eine Menge Geduld.‘

Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr?

Manassero: ‚Erst einmal möchte ich diesen Titel verteidigen. Außerdem will ich mich weiterentwickeln, und hoffentlich werde ich wieder ein Turnier gewinnen. Denn wenn ich bis zum September ein Turnier für mich entscheide, könnte es bedeuten, dass mir der Sprung ins europäische Ryder-Cup-Team gelingt.‘

Was würde es Ihnen bedeuten, die Qualifikation fürs Team Europa zu schaffen? Und, wo wir gerade beim Thema sind, mögen sie eigentlich den Matchplay-Modus? 

Manassero: ‚Ich liebe Matchplay, wegen der Eins-gegen-Eins-Situation. Man spielt gegen einen anderen Spieler und weniger gegen den Platz, das ist eine angenehme Abwechslung. Ich war 2010 bereits ‚behind the scenes‘ in Celtic Manor, und da habe ich ein Gefühl dafür bekommen, was Ryder Cup bedeutet. Ich will da mit dabei sein. Ich würde sehr gern Teil des Teams von Paul McGinley sein, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Ich konzentriere mich Woche für Woche. Wenn ich auf der Tour gute Leistungen bringe, kommt das mit dem Ryder-Cup-Team von ganz allein. Paul hat schon mit mir gesprochen, und er war sehr nett. Er vermittelt mir Vertrauen und hat mir gesagt, dass ich einfach machen soll. Wobei das so anders ist im Vergleich zu dem, was wir bisher erfahren haben. Beim Ryder Cup wirst du bei jedem Schlag zittern.‘

BMW ist nicht nur Titelsponsor der BMW PGA Championship, sondern zudem auch der BMW Masters in Shanghai, der BMW International Open und der BMW Championship auf der PGA TOUR. Welches dieser Turniere würden Sie gern als nächstes gewinnen?

Manassero: ‚Ich denke, dass die BMW International Open ziemlich besonders ist, aber ich würde mich für die BMW Championship entscheiden – wegen der Qualität des Teilnehmerfeldes. Wenn du dort gewinnst, ist das die wie ein Major-Sieg.‘

Wo wir gerade von der BMW Championship sprechen: Spielen Sie mit dem Gedanken, künftig mehr auf der PGA TOUR anzutreten?

Manassero: ‚Ich werde ganz sicher hier in Europa bleiben. Aber ich möchte in den USA gern nach dem Desert Swing der European Tour spielen. Gleichwohl habe ich nicht vor, das Spielen in Europa aufzugeben. Ich möchte gern ein Global Player sein – das ist die Zukunft unseres Sports.‘

BMW unterstützt Sie persönlich, was bedeutet Ihnen das?

Manassero: ‚BMW engagiert sich stark im Golfsport, aber darüber hinaus sprechen wir hier vor allem von einem unglaublichem Unternehmen. Alle reden so hochachtungsvoll über BMW und den hohen Anspruch, mit dem das Unternehmen alle Aufgaben anpackt. Ich kann mich wirklich sehr glücklich schätzen, weil meine Lieblingsautos immer schon BMW Fahrzeuge gewesen sind. Ich bin sehr froh, diese Beziehung zu BMW zu haben, und natürlich war es etwas ganz Besonderes, ihr Flagship-Event in Europa zu gewinnen. Da hat einfach alles perfekt gepasst.‘

Wenn Sie sich ein BMW Modell aussuchen könnten, für welches würden Sie sich entscheiden?

Manassero: ‚Der BMW i8 ist der Wahnsinn, aber ich kann mir nicht vorstellen, damit in der Stadt herumzufahren. Für mich ist das kein alltägliches Auto. Es ist wirklich eine schwierige Entscheidung, aber ich würde den neuen BMW M4 nehmen.‘

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