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Turnier der verpassten Chance: Golfstar Kaymer 16. in Eichenried

Moosinning, Martin Kaymer BMW Open (dpa) – Weniger Social Media, mehr Zeit in wichtige Dinge investieren und so Titel gewinnen: Das neue Lebenskonzept von Deutschlands Golfstar Martin Kaymer ist beim Heimturnier vor den Toren Münchens noch nicht komplett aufgegangen. Am Finaltag spielte der zweimalige Major-Sieger aus Mettmann am Sonntag eine 70er-Runde und lag am Ende mit einem Gesamtergebnis von 278 Schlägen auf dem geteilten 16. Rang. Nur der schwarze Samstag hatte Kaymer den möglichen zweiten Sieg nach 2008 im Golfclub München Eichenried gekostet.

Martin Kaymer BMW Open
Martin Kaymer reduzierte seine Social-Media-Aktivitäten. Foto: Sven Hoppe

Den Titel in Moosinning sicherte sich Andrea Pavan. Der 30 Jahre alte Italiener setzte sich im Stechen am zweiten Extra-Loch gegen den Engländer Matthew Fitzpatrick durch. Die beiden Profis lagen nach vier Runden mit jeweils 273 Schlägen gemeinsam an der Spitze, so dass ein Playoff um den Sieg entscheiden musste.

Elf Jahre nach BMW Open Triumph

«Der Killer waren Loch sechs und Loch elf, gerade am Wochenende. Da habe ich vier über Par gespielt», sagte Kaymer bei «sportschau.de». Auf den beiden relativ einfachen Par-5-Spielbahnen leistete er sich an beiden Tagen jeweils einen Schlagverlust. «Die hätte man auch vier unter Par spielen können, dann hast du das Turnier gewonnen.» Kaymer wartet seit seinem US-Open-Sieg 2014 auf einen weiteren Erfolg.

Elf Jahre nach seinem Triumph bei der BMW International Open war die erneute Siegchance für den 34 Jahre alten Publikumsliebling da. An den ersten beiden Tagen der mit zwei Millionen Euro dotierten Veranstaltung der European Tour spielte er mit Runden von 67 und 66 Schlägen befreit auf und dominierte das Feld. Mit zwei Schlägen Vorsprung startete er in den Samstag. Doch Tag drei war nicht der Tag des Martin Kaymer. 75 Schläge benötigte er am Samstag auf dem Par-72-Kurs und fiel auf den geteilten elften Platz zurück.

Seit 2014 warten auf Erfolg

Seit einigen Wochen versucht der Rheinländer unnötige Ablenkungen zu vermeiden. Z.B. durch Reduzierung seines Social-Media-Konsums. ‚Ich sehe Leute, die zwei oder drei Stunden an ihren Telefonen verbringen. Für mich würde ich lieber etwas anderes machen, am Strand spazieren gehen und das Telefon zu Hause lassen‘, schrieb Kaymer damals in einem Players-Blog für die European Tour.

Gesagt, getan. Anfang des Monats blitzte Kaymers Klasse beim PGA-Turnier in Dublin im US-Bundesstaat Ohio mit Platz drei wieder auf. Und auch bei der US Open in Pebble Beach zeigte er als 35. eine ansprechende Leistung. In der Weltrangliste schaffte die ehemalige Nummer eins (2011) wieder den Sprung unter die Top 100.

Langfristig will er wieder «zu den 50 besten Golfern der Welt gehören». Kurzfristig muss er sich noch für die British Open in vier Wochen in Nordirland qualifizieren. Und am Montag steht ein wichtiges Ereignis in Martin Kaymers Leben an: Sein Bruder Philip heiratet.

Autor: Marc Möller

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