Samstag , Dezember 10 2016
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Abu Dhabi Reisebericht für Golfer

Ausgezeichnete Golfplätze namhafter Platzdesigner sind nicht nur in den bekannten Destinationen Südafrika, Spanien, Portugal, der Türkei oder den USA zu finden. Wer weder den Atlantik noch den Pazifik queren möchte, kann auch die aus golferischer Sicht aufstrebenden Vereinigten Arabischen Emirate (VAE oder UAE) am südöstlichen Ende des Persischen Golfs besuchen. Die Anreise in die Metropole Dubai, oft auch nur als Stopover für Flüge nach Asien oder Australien genutzt, oder direkt nach Abu Dhabi als der Hauptstadt der Emirate, ist aus Deutschland oder Österreich mit Direktflügen nach sechs bis sieben Stunden geschafft. 

Abu Dhabi Reisebericht für Golfer

In der Stadt oder stadtnah sind die Golfplätze Abu Dhabi Golf Club, Abu Dhabi City Golf Club, der Saadiyat Beach Golf Club sowie der Yas Links zu finden. Wer bereit ist, etwas weiter zu fahren, findet in Al Ain östlich von Abu Dhabi an der Grenze zum Oman den Al Ain Equestrian, Shooting & Golf Club. Entdecker neuer Dinge besuchen den Al Ghazal Golf Club als waschechten Sandcourse – ganz ohne Gras.

Saadiyat Beach GC: Gary Players Sandkasten

Unweit des Stadtzentrums auf der boomenden Insel Saadiyat, recht schnell mit dem Taxi erreichbar, liegt ein vom Team um Golflegende Gary Player erbautes Aushängeschild eines strandnahen Golfplatzes – dem ersten Kurs dieser Art am Persischen Golf. Erst im Jahr 2010 eröffnet stellt er sich trotzdem schon eingewachsen und komplett dar. Besonderes Augenmerk wurde hier auf die Harmonie mit der Einbindung in die bestehende Natur gelegt, was ganz klar gelungen ist.

Wer hier als Gast am schicken und großen Clubhaus ankommt, kümmert sich um nichts mehr, denn der Valetservice verstaut sogleich ein mitgebrachtes Bag im namentlich beschrifteten Cart. Die breitbandigen Übungsmöglichkeiten mit großem Puttinggrün, einem Chipping-Bereich samt Bunkern und der üppigen Driving Range zeigen, wie viel Platz hier beim Bau vorhanden war. Greenfee-Spieler können beim Aufwärmen auf kostenlose Rangebälle zurückgreifen und freuen sich über gekühlte Getränke im Cart samt eines modernen GPS-Systems, das den aktuellen Stand auf dem Platz exakt anzeigt.

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Das letzte Grün von Saadiyat Beach lässt die Spieler auch einen Blick auf die ferne Skyline von Abu Dhabi erhaschen – Photocredit: Troon Golf

An jedem Abschlag des Par 72-Platzes kann aus fünf verschiedenen Tees gewählt werden, um die Bahnlängen dem eigenen Handicap anzupassen, was die Gesamtspielzeit auf dem Kurs erträglich machen soll. Nach der Auftaktbahn ‚Prelude’ folgt mit Loch 2 ein langes im Rechtsbogen verlaufendes Par 5 mit dem treffenden Namen ‚Split Personality’. Gleich hier werden die Spieler mit Bunkern sehr üppigen Ausmaßes konfrontiert, die der Architekt Gary Player wie einen roten Faden durch das gesamte Platzdesign zog. Auf dem Abschlag der Bahn 5 (‚Dolphin View’) wird wohl vor Beginn ein schönes Foto anstehen: Das Par 4 zieht sich in einem weiten Linksbogen an einem Teich entlang, mit dem schneeweißen Strand und hellblauem Meer in Hintergrund.

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Immer am Sand entlang, manchmal auch am Strand: so stellt sich der Gary Player-Kurs Saadiyat Beach GC dar – Photocredit: Th. Klages

Wie überall auf dem Platz sind die Bunkerkanten messerscharf geschnitten und die Grüns in exzellentem Zustand – aber sehr schnell und durchgehend stark onduliert. Auch das Folgeloch 6 (‚Saadiyat Breeze’) ist als Par 3 mit knapp 200 Metern (Herren) toll anzusehen, denn hier muss – parallel zum Sandstrand – eine Wastezone überwunden werden, ohne in einem der Grünbunker zu landen. Viele Sandareale und natürliches Dünengras bleiben auf und neben den samtweichen Fairways stete Begleiter. Und trotz teils ewig lang erscheinender Bunkerzonen ist der ganze Platz sehr fair. Von den Abschlägen aus sind immer genügend breite Landezonen vorhanden, die Ungemach aus dem Spiel nehmen. Echtes Rough kommt nur ins Spiel, wenn man sehr weit außerhalb der eigentlichen Spiellinie landet.

Nicht selten wird der Besucher des ruhigen Platzes auch mal Gazellen auf den Fairways treffen oder Wasservögel in den Teichen wahrnehmen – der Naturnähe sei Dank. Der Pflegezustand des gesamten Areals ist mehr als nur gut. Das Management durch „Troon Golf“ zeigt hier seine positive Wirkung. Wenn man bedenkt, welch klimatische Umstände hier über das ganze Jahr herrschen, ist die Güte umso erstaunlicher. Auch das gesamte Personal samt der Crew um das Restaurant Hawksbill und die Mitarbeiter des wirklich schönen Proshops ist stets um Freundlichkeit bemüht.

Weitere Infos samt Möglichkeit der Startzeitenbuchung unter: www.sbgolfclub.ae/en/

Die Spielwiese der Profis: Abu Dhabi Golf Club

Für Golffans mit Zugang zum Pay TV ist es fast eine Pflicht, sich das erste Turnier des Desert Swing in Abu Dhabi anzuschauen. Der Deutsche Martin Kaymer konnte hier schon drei Mal die Falcon Trophy als Sieger der „Abu Dhabi HSBC Golf Championship“ in die Höhe recken. Wer nun als Golfer in Abu Dhabi weilt, will es sicher nicht verpassen, sich selbst einmal am National Course des Abu Dhabi Golf Club zu versuchen. Der wurde bei den Asian Golf Awards 2013 zum zweiten Mal in Folge zum besten Platz im Nahen Osten gekürt.

Das Areal liegt eher im Südosten der Stadt, ist aber durch die Nähe zu einer Schnellstraße mit dem Taxi zeitnah zu erreichen. Eine gewisse Erfurcht bei Ankunft lässt sich, auch durch die immensen Ausmaße des gläsernen Clubhauses, selten vermeiden. Eine gesonderte Clubrezeption in der Lobby weist den Weg zum Team im gut bestückten Proshop. Wer nicht sein eigenes Equipment mitgebracht hat, kann auf aktuellstes Schlägermaterial großer Markenhersteller zurückgreifen und bekommt auch hier sein Cart samt kühlem Mineralwasser, Scorekarte und GPS-Courseguide vorgefahren.

Wer sich nicht an den Par 72-National Course herantraut, kann sich alternativ auf dem 9-Loch (Par 36) Garden Course vergnügen, der qualitativ nicht minder gut ist. Da es in den Emiraten im Winter auch recht früh dunkel wird, kann auf dem Garden Course sogar unter Flutlicht gespielt werden.

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Die finale Spielbahn des Abu Dhabi GC endet am beeindruckenden Clubhaus in Form eines Falken – Photocredit: Troon Golf

Ein wenig Nervosität mag einsetzen, wenn am ersten Abschlag des von Peter Harradine gezeichneten 18-Loch National Course aufgeteet wird – obwohl der Starter hier eine unendliche Ruhe ausstrahlt.

Das Spiel auf diesem Platz ist ein echtes Erlebnis. Wer die Spielbahnen entlangfährt und auf den samtweichen Fairways geht, wird sich durch die umgebende Vegetation wie Bäume und Buschwerk wohl erst im Laufe der Runde bewusst werden, sich ja gar nicht auf einem Parklandkurs zu bewegen. Vor Jahren gab es in diesem Areal so gar nichts Grünes und nur sandige Landschaft. Die Spielbahnen sind nicht unfair eng geschnitten, bieten aber keine ewig breiten Ausweichzonen und haben alle ihre eigenen Tücken. So tauchen im Verlauf nicht selten auch üppige Wasserhindernisse auf, die entweder parallel zu den Fairways verlaufen oder gar frontal vor teilweise erhöhten Abschlägen liegen. Das Rough auf diesem Platz besteht zwar nicht aus hohem Gras, doch reicht die zähe Dichte des Semirough aus, für Abweichungen von der optimalen Spiellinie bestraft zu werden. Auch sollten sanddurchsetzte Baumansammlungen neben den Faiways gemieden werden, denn hier wieder herauszukommen ist kein Kinderspiel. Die Grüns sind fast durchgehend nicht riesig, dafür jedoch nur zurückhaltend onduliert.

Auf der Bahn 5 (Par 4) etwa steht ein Teeshot über einen Teich an, in der welligen Landezone jedoch warten Bunker und beidseitige Baumgruppen. Als kniffliges Par 3 stellt sich die siebte Bahn dar, die durch Wasser an der rechten Seite und große Grünbunker ruhig auch mal ein Vorlegen sinnvoll macht. Die Neun als Ende der ersten Halbrunde führt fast schnurgerade auf das beeindruckende Clubhaus zu, das einen Falken mit ausgebreiteten Schwingen symbolisiert.

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Die Bahn 12 als kniffliges Par 3 wird während des Profiturniers im Abu Dhabi GC gern als Hole-in-One Challenge genutzt – Photocredit: Troon Golf

Sicher oft fotografiert wird die Bahn 12: An diesem zwar nicht langen Par 3 ist der Abschlag erhöht, fordert aber den Schlag über einen Teich. Direkt hinter dem Grün befindet sich ein sehr breiter Bunker und eine hohe Natursteinwand – viel Spielraum für Experimente bleibt also nicht. Auch in Erinnerung bleiben wird dem Spieler die 17. Spielbahn, wo zwar das Fairway zum Grün gerade und recht breit verläuft, aber erst einmal erreicht werden muss. Ohne den Abschlag über einen breiten Teichausläufer wird der Zweite an diesem Par 4 gefühlt unendlich lang. Den Zieleinlauf der Runde bildet die für Golffans aus dem Fernsehen bekannte Bahn 18 – einem Par 5, das in weitem Rechtsbogen zur Hälfte an einem rechts angelegten Teich entlangführt und in einem durch Bunker geschützten Grün vor dem Clubhaus endet.

Die Pflegequalität des gesamten Platzes kann ohne Übertreibung fast als Referenz herhalten. Sicher machen sich auch hier die hoch angesetzten Ansprüche von „Troon Golf“ bemerkbar, die das gesamte Management der Anlage samt des Personals in Verantwortung haben. Als Empfehlung, sich nach dem Spiel frisch zu machen, gilt unbedingt der Besuch der fein eingerichteten Locker Rooms, die echten Charme versprühen.

Weitere Infos samt Möglichkeit der Startzeitenbuchung unter: www.adgolfclub.com

Yas Links Abu Dhabi: Immer am Meer entlang

Schottisch, schön, herb, herausfordernd. Der im Mittleren Osten bisher einzige Golfplatz in echtem Links Course Stil auf der Insel Yas Island ist durch den Architekten Kyle Phillips entworfen worden. In Blickweite des Golfplatzes, unweit des Flughafens Abu Dhabi, sind mehrere Hotels, die Rennstrecke Yas Marina Circuit mit dazugehörigem Yachthafen sowie die Erlebnisstätten Ferrari World und Yas Waterworld zu finden. Vom Zentrum der Stadt ist der Weg zwar etwas weiter, doch sind ja die Taxipreise für die Fahrt sehr erträglich.

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Ganz ungewohnte Ausblicke vom Fairway auf Yas Links über das blaue Wasser zur Rennstrecke Yas Marina Circuit – Photocredit: Golf in Abu Dhabi

Beim Bau von Yas Links wurde sehr viel Erdreich bewegt, um diesem Platz überhaupt seine besonderen Konturen zu geben. Mit seinen vielen direkt am Wasser, einem Ausläufer der Persischen Golfs, entlangführenden Spielbahnen kommt zusammen mit den hohen Gräsern eines typischen Links-Platzes sowie den unübersehbar vielen Bunkern in strategischen Positionen hier ein ganz anderes Spielgefühl auf. Das gesamte Layout des Par 72-Platzes ist sehr offen ohne Baumbestand und fordert überlegtes Spiel. Wer auf einem ufernahen Tee steht, kann auch mal mit einer Abkürzung über das Wasser angreifen oder, wenn mehr Sicherheit gefragt ist, den konventionellen Weg nehmen. Kein Nachteil ist es, gleich zu Beginn zwischen mehreren Tees auswählen zu können – eben je nach eigenem Spielvermögen oder Tagesform.

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Yas Links zieht sich am Ufer entlang – Photocredit: Golf in Abu Dhabi

Nie zu vernachlässigen ist auf Yas Links der Einfluss der Winde vom Wasser her, die besonders bei den Bahnen direkt am dünengesäumten Ufer berücksichtigt werden müssen. Der Wind im Zusammenspiel mit der steten Wärme ist es auch, der die nicht zurückhaltend ondulierten Grüns sehr schnell macht. Wem das alles trotz der interessanten Aussichten zu schwer erscheint oder seinen Ballvorrat im wuschigen Gras neben den Fairways zu sehr dezimiert hat, kann auch den 9-Loch Academy Platz oder die angesehene Yas Links Golf Academy besuchen, um das Spiel weiter zu verfeinern. In jedem Falle sollte aber ein abschließender Besuch des schick gestalteten und trotz eher mediterraner Stilelemente sehr gut in die Landschaft passenden Clubhauses auf der Agenda stehen. Der Blick von der kuscheligen Restaurantterrasse auf die doch ein wenig unwirklich scheinende Umgebung samt Platz und Meer hat mythenhaftes.

Die Bemühungen und Qualität von Yas Links machte den Platz schon mehrfach in den Medien bekannt. Im Dezember 2013 erhielt er bei den Middle East Golf Awards die Auszeichnung Best Golf Course of the Year in der Kategorie ‚über 400 AED Greenfee‘.

Infos zu Yas Links samt Möglichkeit der Startzeitenanfrage unter: www.yaslinks.com

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von exklusiv golfen Autor  Thomas Klages

LESETIPP

Ein Tag mit Martin Kaymer in Abu Dhabi: Video-Interview!

Was wäre passiert, wenn Martin Kaymer den Cut bei der Abu Dhabi Golf Championship nicht geschafft hätte? Hätte er dann auch mit uns am Montag danach eine Runde Golf gedreht, ein Interview gegeben und bestens gelaunt zu sein?